A funny thing happened on the way to the Top Ten 2011

Film Top Ten 2011

Etwas verspätet kommt der folgende kleine Jahresrückblick schon. Einmal mehr habe ich zu wenige Filme in den letzten zwölf Monaten gesehen, insbesondere wenn es um jene mit deutschem Kinostart zwischen dem 1.01.2011 und dem 31.12.2011 geht. Im Rahmen des großen Jahresrückblicks der moviepilot-Redaktion habe ich bereits meine Top 7 der Filme unters Volk gebracht, die letztes Jahr einen deutschen Kino- oder DVD-Start hatten. Da ich an dieser Stelle nicht doppelt moppeln möchte, gibt es unten eine Liste meiner liebsten Filme 2011, inklusive Kinostarts, Festivalpremieren und vorteilhaften PVs. Der Einheitlichkeit halber, werden alle Filme unter ihren englischen Titeln geführt. Viel Spaß beim Stöbern und auf mehr Filme im neuen Jahr!

PS.: Wer Angst vor Überraschungen hat, kann sich meinen Jahresrückblick 2012 durchlesen.

Meine 7 Lieblingsszenen 2011:

- George Smiley steht in einem leeren Raum, wartet auf Besuch, lutscht ein Minzbonbon in Tinker Tailor Soldier Spy.

- Ein Affe spricht sein erstes Wort in Rise of the Planet of the Apes.

- Zwei Männer stehen in einer Warteschlange, einer hebt etwas auf und gibt es dem anderen in Contagion

- Captain Haddock  erzählt in der Wüste von einem feuchten Abenteuer seines Vorfahren in Die Abenteuer von Tim und Struppi.

- Eine Überblendung vereint Sterne und Erde in Dad.

- Der Urknall in der Interpretation von Terrence Malick in The Tree of Life.

- Ein einzelner Baum, mitten in der Steppe in Meek’s Cutoff.

Die 5 besten Filme, die ich 2011 zum ersten Mal gesehen habe:

- Uncle Boonmee who can recall his past lives

- Imitation of Life

- Wild Grass

- The Blade

- Buchanan Rides Alone

Meine Entdeckung des Jahres:

Satoshi Kon

Der Trailer des Jahres:

Prometheus/The Girl With The Dragon Tattoo

Die Enttäuschung des Jahres:

Meine Giallo-Retrospektive. Der nächste Versuch vielleicht in zehn Jahren.

Meine persönliche Top Ten des Jahres 2011:

10 Hanna

09 The Tree of Life

08 Vampire

07 The Day He Arrives

06 Fenster zum Sommer

05 Drive

04 Contagion

03 Meek’s Cutoff

02 Tinker Tailor Soldier Spy

01 The Turin Horse

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Jenny Jecke (28) hat Medienwissenschaften in Jena studiert. 2007 gründete sie das Blog „the gaffer“, um ihre Besserwisserei in Sachen Film auch im Internet auszuleben. Jenny ist bei Twitter zu finden und arbeitet als Redakteurin bei moviepilot.

9 comments to A funny thing happened on the way to the Top Ten 2011

  • Hmmm…da ich Dir vertraue (und angesichts meiner minimalen Kinobesuchsfrequenz) picke ich mir mal MEEK’S CUTOFF als definitiven Tipp heraus, obwohl ich auch noch andere aus deiner Top-Ten nicht gesehen habe. Aber mehr ist wohl nicht drin und 2012 hat ja schon begonnen.

    Und Du lamentierst über “zuwenig gesehene Filme 2011″ ;)

  • avatar david

    Imitation Of Life! Erst vorgestern gesehen. Mit 120 Minuten (und jede von ihnen aufs effizienteste genutzt) Sirks epischstes Melodram. Ein guter Film, um seine Regisseurs-Karriere zu beenden. Trotzdem mag ich „Magnificent Obsession“, „All That Heaven Allows“ und „Written On The Wind“ ob ihrer barock-überdrehten Inszenierung mehr. Vor allem „Written On The Wind“!!!
    Ansonsten: „Meek‘s Cutoff“ hat alle Kinosäle Deutschlands im Sturm erobert. Alle? Nein! Ein Freistaat hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten: Thuringia… Hätten sie doch den statt „Contagion“ gezeigt ;-)

  • Auf “The Day he arrives” hab ich mich schon damals, als man durch erste Festivals von dem FIlm hoerte, irre gefreut. Ich habe aber irgendwie Zweifel daran, dass der Film es je zu uns schaffen wird.

  • “Imitation of Life” zum ersten Mal! Der Film, der Splatter-Mutti alljährlich zum Flennen bringt! – Falls ich david’s Sirk-Liste noch eine weitere Perle hinzufügen darf: Has Anybody Seen My Gal?. Sebastian von “It’s just a film” erwähnte das Ding, das ich als Jugendlicher vergötterte, vor einiger Zeit. Es ist also noch erhältlich. :)

  • avatar david

    In der Tat: “Has Anybody Seen My Gal” ist eine sehr schöne und kurzweilige Komödie, versetzt mit einer ordentlichen Dosis ätzender (und Sirk-typischer) Satire gegen den nouveaux-riches-Materialismus der 1950er. Man beachte das James-Dean-Cameo! Wenn wir gerade dabei sind: man füge noch “All I Desire” und “The Tarnished Angels” hinzu und fertig ist die “Directed by Douglas Sirk”-7-DVD-Box, die man sich für relativ wenig Geld aus dem Vereinigten Königreich der Amazonen schicken lassen kann… und als Cinephiler unbedingt sollte!

  • @David: Written on the Wind gefällt mir mindestens genauso gut. War vorher mein liebster Sirk, mal sehen, ob er einer zweiten Sichtung Stand hält.
    Meek’s Cutoff hatte nur einen kleinen Start, aber ich hab die UK-DVD, da lässt sich sicher was einrichten. ;)

    @SiebenBerge: Dank der Berlinale und dem Filmfest München konnte ich ein paar Perlen entdecken (z.B. Meek’s Cutoff), aber meine regulären Kinobesuche dieses Jahr waren wirklich kläglich. :(

    @samploo: Hong Sang-soo ist einfach noch ein verdammt geheimer Geheimtipp in deutschen Landen. Eine Korea-DVD könnte es aber geben.

  • Zwei Männer stehen in einer Warteschlange, einer hebt etwas auf und gibt es dem anderen in Contagion

    Mochte ich auch die Szene (noch lieber aber Kate Winslets Hinweis an den Kollegen “stop touching your face”. Allgemein ein guter Film, den ich letztlich dank deiner positiven Kritik gesichtet habe. Also nochmals: Danke.

    Platz #8 und #7 hab ich nicht gesehen, das Turiner Pferd scheint ja ein allgemeiner (Kritiker-)Liebling zu sein. Ansonsten fand ich Fenster zum Sommer eher meh, so ein billiger (nicht aufs Budget bezogen) deutscher Hollywood-Abklatsch eines potentiellen Sandra-Bullock-Films. The Butterfly Effect meets The Lake House, so in der Art. Hanna fand ich eine Katastrophe und den Soderbergh sowie den Reichardt immerhin gut. Tinker, Tailor wird in meinem 2012er Rückblick keine Rolle spielen, dafür war er mir zu belanglos und unstrukturiert (besonders im Vergleich zur BBC-Serie). Drive hätte dagegen Chancen, zumindest nach der Erstsichtung. Und The Tree of Life war natürlich supi.

  • Fein, dass noch jemand Lieblings-Trailer gewählt hat. Deine beiden kannte ich noch gar nicht, jenny. Meine Auswahl hat sich da auch in einer ganz anderen Richtung bewegt. Vor lauter Übersättigung von diesen mit immergleicher Dramaturgie aufgebauten Schablonen-Trailern, die leider gerade bei größeren US-Filmen häufig anzutreffen sind, gucke ich mir da gar nicht mehr so viele an. Deine beiden haben mir aber auch sehr gut gefallen und lösen sich angenehm von den gängigen Konzepten bzw. spielen damit. Der freiere Stil der Trailer hängt wohl auch damit zusammen, dass sie als erste Vorab-Trailer weit vor Veröffentlichung des Films erschienen.

    Und was hat es mit dieser Giallo-Enttäuschung auf sich? Hab nur mitbekommen, dass du von DON’T TORTURE A DUCKLING sehr angetan warst, klang irgendwie nach einer guten Basis – dann einfach nicht mehr groß weitergemacht oder abschreckende Filme erwischt?

  • Hey Andreas, um bei aktuellen amerikanischen Produktionen die richtig guten Trailer herauszufischen, muss man sich schon eine Unmenge von den Dingern reinziehen und viele schlecht geschnittene und kommentierte Trailer ertragen. Das lohnt sich nur selten.
    Die Giallo-Retrospektive bestand damals aus acht Filmen, weil ich dann irgendwann keine Lust mehr hatte. Das waren so die gängigen Namen: hauptsächlich Argento, ein Bava hier, ein Fulci da. Mein Fazit war insbesondere bei Argento absolutes Desinteresse. Die beiden Fulcis, die ich gesehen habe, haben mich mit ihrer verschwitzten 60er/70er-Atmo sehr mitgenommen, die anderen leider nicht. Grund für die Retro war Neugier, weil ich vorher noch nie einen Giallo gesehen hatte und nun wirklich jeder Filmblogger hier im Umkreis sich an diesen Filmen abzuarbeiten scheint. Ich hab dann lieber Ferien gemacht. ;)

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