Frame: Dir gehört die Zukunft

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Ausgerechnet in einer heruntergekommenen Schule finden sie Unterkunft. Ein kleines Reh hat sich in das verstaubte, von der Zeit vergessene Innere verirrt, verschwindet wie die Jugend, die mit „Baby Diego“ zu Beginn sprichwörtlich gestorben ist. Durch das zerbrochene Fenster* der Blick auf die letzte Hoffnung. Die Scherben fokussieren ihn, trennen zugleich die menschlichen und sächlichen Überreste der grauen Vergangenheit, trennen Theo und Miriam von der Hoffnung, die im Sonnenlicht auf einer seit Jahren unbenutzten Schaukel erstrahlt.

Theo und Miriam werden die Ruinen im Grunde nie verlassen, sie bleiben Teil der Nacht, der Dunkelheit, welche nicht einfach über die Gesellschaft gekommen ist, sie wurde von ihr zur Tür herein gebeten. Die Frage, ob es einen Morgen gibt für die Menschheit, stellt der dystopische Film. Ein Blick aus dem Fenster gibt die Antwort: Ja.

Frame: Children of Men (USA/GB/J 2006); Regie: Alfonso Cuarón


*Alfono Cuarón hegt eine ziemlich offensichtliche Vorliebe für Fenstersymbolik und pflegt diese sogar in Blockbusterware wie „Harry Potter und der Gefangene von Azkaban“.

Frame: Bürofußball

Fünf Bodyguards bei der Arbeit. Sie kennen einander nicht und müssen doch im Notfall wie eine gut geölte Maschine funktionieren. Stumm übernimmt da jeder die ihm zugedachte Position. Kommuniziert wird – wenn überhaupt – über Blicke, die Körpersprache. Schritt für Schritt wachsen sie zusammen; sind mehr als nur Gruppe, sind ein Organismus. Ein Wesen, das sich elegant durch Malls, Häuserschluchten und Büros schlängelt. Wachsam und auch im Ausnahmezustand so präzise, als wüsste die rechte Hand  im voraus schon, was die linke als nächstes tut.
Wie besser den entstandenen Zusammenhalt zeigen, als mit einer kleinen weißen Papierkugel, die während der endlosen Warterei spielerisch herumgereicht wird? Wortlos natürlich.

Frame: The Mission (HK 1999); Regie: Johnnie To