Werbeklassiker: Terrence Malick

Terrence Malicks Filme in zwei bis drei Minuten langen Trailern dem Publikum anzupreisen, ist schon eine undankbare Aufgabe. In den Siebzigern wusste man anscheinend nicht recht, damit umzugehen. Die Trailer für „Badlands“ und „Days of Heaven“ sind deshalb mit nervigen Off-Kommentaren gesegnet, welche die jeweiligen Stories erklären (als würde es hier um die Handlung gehen…).

Haben die Trailer für Malicks neuere Werke die Off-Stimme hinter sich gelassen, schwanken sie nun zwischen Publikumsanbiederung (schnelle Schnitte, Action, bum bum bum), die im Kinosaal zwangsläufig enttäuschen wird und der Annäherung an die Realität eines Malick-Films. Der gelungenste der älteren Trailer ist zweifellos jener für „The Thin Red Line“, der die Mischung aus Kriegsfilm und Reflexion über das Menschsein ansatzweise zu transportieren weiß. Der Trailer für Malicks neuen Film „The Tree of Life“ versucht erfreulicherweise gar nicht erst, zu verstecken, was den Zuschauer bei einem Film des Regisseurs erwartet.

Einer ausführlichen Auseinandersetzung mit Terrence Malicks Filmen hat sich luzifus vor einer Weile in einem Kontrapunkt gewidmet.

Badlands (USA 1973)

Days of Heaven (In der Glut des Südens, USA 1978)

The Thin Red Line (Der Schmale Grat, USA 1998)

The New World (USA/GB 2006)

http://www.youtube.com/watch?v=0zLPM8FLMtk

Werbeklassiker: Tony Scott

Begierde (GB 1983)

– Großaufnahmen, Gesichter, Mode, androgyne Figuren, Detailaufnahmen en masse; Augen, Augen, Augen

Mann unter Feuer (USA/GB 2004)

– Ridley hat Russel Crowe, Tony seinen Denzel; neun Jahre nach „Crimson Tide“ nimmt der Denzel Washington-Zyklus seinen Anfang; wenn man so will, eine kompromisslose Version von „Gladiator“ (Tonys Mexiko City-Film)

http://www.youtube.com/watch?v=6s_-O4HglGI

Domino (USA/GB/F 2005)

ambition as defined by Tony Scott; sein revolutionärstes Werk (u.a. wegen des Drehbuchs von Richard Kelly), wenn es auch eine gescheiterte Revolution ist; die pure Oberfläche; in seiner Rücksichtslosigkeit zu bewundern, aber in seiner Gänze kaum zu ertragen (wie übrigens auch der Trailer) (Tonys L.A.-Film)

Déja Vu (USA/GB 2006)

– Gestatten: Tony Scott – Master of the Title Sequence; die seltsame Ästhetisierung eines Terroranschlages, dazu Tonys Faible für Transportmittel, diesmal eine Fähre, statt eines U-Bootes („Crimson Tide“) oder einer U-Bahn („Pelham 123“); eine Art Fortsetzung von „Der Staatsfeind Nr. 1“; der Überwachungsstaat ins Positive gewendet; zudem ein überdurchschnittlich guter Trailer, der einen anderen Film verspricht (dennoch: Tonys New Orleans-Film)

Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 (GB/USA 2009)

– Scott in seinem Element; zwei Hauptdarsteller, die Beengtheit der U-Bahn mit ihren diffusen Lichtquellen; man könnte meinen, er hätte diesen Film nur gedreht, um John Travoltas massives Gesicht in allerlei Farben zu tauchen und durch Glasscheiben unkenntlich zu machen; von den Schiebeblenden kann George Lucas noch etwas lernen; wieder Großaufnahmen en masse; ein Kammerspiel und ein Amoklauf in Sachen Cadrage (Tonys New York-Film)

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