Kontrapunkt: Telefontalk im Kino – „Domian – Interview mit dem Tod“

Montag bis Freitag ab 1 Uhr in der Nacht begrüßt Jürgen Domian für eine Stunde in seiner vom WDR Fernsehen übertragenen Radiosendung auf 1LIVE  Anrufer, die von sexuellen Perversionen, Gewaltverbrechen oder Schicksalsschägen berichten. Die Dokumentation Domian – Interview mit dem Tod startet am 19. November im Kino und widmet sich Begegnungen des Telefonseelsorgers, Talkmasters und Ratgebers mit der eigenen Endlichkeit. Und erliegt dabei dem Charme des Moderators, der beinahe eine One-Man-Show abliefert.

„Kontrapunkt: Telefontalk im Kino – „Domian – Interview mit dem Tod““ weiterlesen

The Way We Were – Die rote Flut (1984)

Eine der faszinierendsten Eigenschaften des Mediums Film ist die Fähigkeit sich zu entziehen. Sprich, wenn ich von Filmen erzähle, als ob diese eine feste Ideologie oder ein klares Weltbild hätten, erzähle ich nur von meiner Sicht auf den Film. Dieser selbst kann gar nicht klar sein, weil er nur eine Ansammlung von Bildern, Worten und Tönen ist. Sie bieten Blickwinkel, viele davon denken die Zuschauer schon mit, es gibt Schlupflöcher, subversive Interpretationen, Unklarheiten. Eine eindeutige Botschaft ist so gesehen gar nicht möglich. So ist eine Diskussion auch überhaupt erst denkbar.

Die rote Flut steht im Ruf einer der größten Propagandastreifen der USA im Zeitalter des Ronald Reagan gewesen zu sein. Adjektive wie patriotisch, kitschig, dumm und vielleicht ein wenig selbstgerecht fliegen durch den Äther, wenn es um ihn geht. Eine klare Sache also, sollte man denken. Ihn vor Augen fand ich aber nur Ambivalenz, nichts als Ambivalenz. Der Film endet passend zum Klischee seiner selbst mit einer Steintafel, welche die Heldentaten der Protagonisten glorifiziert. Aber tut es Red Dawn? Ich weiß nicht.

Recht schlagartig bricht die Handlung gleich in der ersten Szene per Fallschirmjäger in ein Klassenzimmer ein. Sie fliegen vor den üppigen Fenstern vorbei, landen und bevor sich jemand entscheiden kann, was denn los ist, schießen sie auch schon auf Schüler und Lehrer. Später erfahren wir, dass es Teile der kubanischen und sowjetischen Truppen waren, welche ihre Eroberung der Westküste der USA starteten. Aus unserem Klassenzimmer retten sich jedenfalls ein paar Schüler in die Berge, von wo sie als Guerillatrupp gegen die Besatzer operieren. Und vielleicht war hier der Fall schon klar.

Komplexe und Paranoia liegen so schon in dieser Grundkonstellation. Von der restlichen Welt im Stich gelassen (Der Film beginnt mit Tafeln, die kurz den katastrophalen Zustand dieser fiktiven Zukunft in Stichpunkten zusammenfassen. Eine davon offenbart, dass die Grünen in Deutschland an die Regierungsmacht gekommen sind und keine Atombomben in Europa dulden.) müssen die USA alleine sehen, wo sie bleiben. Das Ergebnis ist Wild West inklusive weiten Landschaften, Wildnis, Pferden, umgehängten Patronengürteln und Lagerfeuern. Nur der Schnellere überlebt in dieser unwirtlichen Welt. Dass Patrick Swayze und sein kommunistisches Gegenüber sich beim finalen Shootout breitbeinig gegenüber stehen, ist nur das letzte i-Tüpfelchen.

Doch so sehr sich Red Dawn damals aktuellen US-amerikanischen Ängsten mit uramerikanischen Mythen stellt, so sehr bietet dies auch einen faszinierenden Perspektivwechsel. In einem Film, der in der Hochzeit der Vietnamaufarbeitungsfilme entsteht, finden sich bewaffnete US-Jugendliche einmal nicht militärisch überlegen an einem fremden Ort wieder. Sie sind jetzt auf der anderen Seite. Pauschal gesagt versetzt Red Dawn seine Protagonisten in die Position des Vietcong. Und so kategorisch wie John Milius Drehbuch den beiden Flügeln dieses Krieges ein moralisches Übergewicht verwehrt (touristisch statt sadistisch, ganz all-american, reisen die kommunistischen Soldaten durchs Land, während ein wiederkehrender kubanischer Offizier von (diesem) Krieg angeekelt zunehmend resigniert), so austauschbar scheinen am Ende die Seiten. Der (Kalte) Krieg sei nur die Entscheidungsschlacht zwischen den zwei größten Schlägern in der Schule, wird zu einem Zeitpunkt auf der amerikanischen Seite gesagt. Und so ist es vielleicht nicht allzu abwegig, dass Milius Vietnam in die USA packt, wo es eh in den Köpfen der Menschen rumspukt.

Die Zeit zum Weinen ist vorbei, jetzt ist die Zeit zum Handeln. Sagt zumindest ein Vater (Harry Dean Stanton) seinen Söhnen durch das Gitter des Konzentrationslagers hindurch, in welchem er festgehalten wird. Was soll er auch anderes sagen. In einem Film, der zu einer Zeit entsteht, als Cowboypräsident Ronald Reagan mit überwiegender Mehrheit gewählt wurde. Und was wurde nicht alles 17 Jahre später gesagt. Und sie, die jugendlichen Protagonisten wiederholen solche testosterongetränkten Weisheiten, nur um dann doch wieder in den Bergen zu sitzen und zu weinen. Denn wenn sie mal nicht gegen den Feind handeln, geben die heroischen Guerillakämpfer ein elendiges Bild ab. Sie streiten heißblütig oder diskutieren resigniert, ob es richtig sei, was sie tun. Die Actionszenen scheinen in voller Glorie, aber dazwischen gibt es nur gebrochene Seelen, aus deren Handlungen Hilflosigkeit und Wut zu sprechen scheinen. Einen Verräter stellen sie vor ein Erschießungskommando… wie teilweise ihre Väter vor den Erschießungskommandos der Kommunisten umkamen. Sie diskutieren wieder, was sie bei einem solchen Vorgehen vom Feind unterscheiden würde und nur der Hasserfüllteste drückt ab. Aber die Unschuld der Guten, die alles rechtfertigenden Gründe, nirgends tun sie sich auf und niemand schwingt sich zum Anwalt dieser Dinge auf. In diesen Rocky Mountains herrscht eher der Gringoherr der Fliegen.

Am Ende läuft es so vielleicht am ehesten auf Milius‚ altes Thema hinaus, dass der wahre Mann keinen Platz in dieser ignoranten Wirklichkeit hat. Er leidet, weil es für ihn, den Leoparden und den Adler, in dieser Welt der Geier, Schakale und Lämmer keinen Platz gibt. Wie haarige Kassandras sehen die Dirty Harrys, die Conans, die Roosevelts und Mulai Ahmed er Raisulis, was alles nicht stimmt, punktuell können sie auch männlich eingreifen, aber schlussendlich bleibt ihnen immer nur bitterer Edelmut… irgendwo zwischen Diensterfüllung und Rebellion. Weil es keinen Fluchtpunkt vor den herben Höhen der Männlichkeit gibt, bleiben sie allein und verloren.

Die Leoparden in Red Dawn scheinen aber nicht die Jugendlichen zu sein. Ihnen fehlt die Reife und außerdem sind sie zu sehr eine Gruppe, die einander braucht. (Wofür sie mit Zweifeln bezahlen müssen.) Der besagte kubanische Offizier und ein zwischenzeitlich mitkämpfender amerikanischer  Soldat nehmen die Position ein. Beide sind sie desillusioniert von ihren Nationen und können mit den Ideologien ihrer Seiten nichts anfangen. Gerade hier verwischen wie gesagt die Seiten, womit weite Teile des Films, wie auch immer jeder zu Milius Männlichkeit steht, einem Haufen Hilfloser überlassen wird. Und gerade so findet Red Dawn weder ein moralisches, noch ein inhaltliches Zentrum. Er entwickelt nie die Schlagkraft, die es für Propaganda braucht. Er verliert sich immer wieder im Kleinklein und im Chaos seiner Emotionen, bis zumindest mir schwindelig wird, weil ich keinen festen Punkt in all den Komplexen, in der Paranoia, in der Männlichkeit, in den Zweifeln, in der Action gegen den Feind, in all dem Dargebotenen finde. Und so ist die Steintafel am Ende vielleicht auch Sinnbild des Versuchs der Gegenwart Herr über die Ambivalenz der Vergangenheit zu werden. Aber so einfach war es nie.

Kontrapunkt: Genialität goes Ghettoslang – „Victoria“

Heiße Spanierin nachts in Berlin mit Sonne, Boxer und Blingbling unterwegs
Die Spanierin Victoria (Laia Costa) ist in Berlin mit Sonne (Frederick Lau, links) und seiner Gang unterwegs.

In einem Berliner Club lernt die Spanierin Victoria (Laia Costa) nach einer durchtanzten Nacht eine Männerclique kennen. Sie lässt sich vom Charme von Sonne (Frederick Lau), Boxer (Franz Rogowski) und Co. mitreißen und feiert mit ihnen noch etwas auf einem Hochhausdach, bevor die vier Freunde einen Anruf bekommen. Boxer ist einem ehemaligen Knastkumpel noch einen Gefallen schuldig. Victoria springt als Fluchtfahrerin ein – und gerät in einen Strudel der eskalierenden Gewalt.

Zwei Stunden in Berlin, gefilmt in einer 130-minütigen Plansequenz ohne einen einzigen Schnitt: „Victoria“ begeistert durch eine herausragende organisatorische Leistung und Übersicht, für die Kameramann Sturla Brandth Grøvlen vollkommen zu Recht auf der diesjährigen Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Immer nah dran an den Figuren und am Geschehen ist der Thriller eine ungemein intensive Erfahrung. War an einigen Stellen mutmaßlich der Ton nicht zu gebrauchen, wurde pragmatisch einfach sphärische Musik unter die Bilder der beweglichen Kamera gelegt. Schließlich war Victoria einst auch Klaviervirtuosin, bevor sie drei Monate zuvor nach Berlin kam und bisher keinen Anschluss fand.

Laia Costa ist auch das emotionale Zentrum des Films. Mal frech und verführerisch, mal pflichtbewusst und mit großem Herz, am Ende ebenso verliebt wie verzweifelt dient sich als Seismograph der Stimmungen zwischen Euphorie und Angst. Mit ihrer natürlich anmutenden Schüchternheit bildet sie einen Kontrapunkt zu den flachen Charakteren der „eingeborenen“ Berliner Jungs, die sich gegenseitig mit „Digga“ ansprechen oder eine Stunk verursachende Meute als „Hurenkinder“ beschimpfen. Während die Regie von Sebastian Schipper („Absolute Giganten“) wohl überlegt und ausgeklügelt ist, fehlt dem Drehbuch besonders in solchen Ghettoslang-Dialogzeilen der letzte Schliff an authentischer Milieuzeichnung.

victoria-VIC_A3_final_Start (1)

Doch sei’s drum: „Victoria“ ist ein junges, erfrischendes Stück deutsches Genre-Kino, das den Zuschauer beinahe schon physisch die Ereignisse dieses chaotischen frühen Morgens miterleben lässt. Enorm packendes Kino also – wenn auch mit kleinen Schönheitsfehlern.

_____

Titel: Victoria
Regie: Sebastian Schipper
Laufzeit: ca. 136 Min.
FSK: ab 12
Kinostart: 11. Juni

Diese Rezension ist erstmals gestern auf der Filmseite im Buch „Tipps und Termine“ der Mitteldeutschen Zeitung erschienen.

PewCast: Wild Speed – Sky Mission a.k.a. Fast & Furious 7

Fast & Furious 7
(c) Universal

Fast & Furious 7 a.k.a. Furious 7 a.k.a. Furious Seven a.k.a. Wild Speed – Sky Mission läuft endlich in den deutschen Kinos. Sascha, seines Zeichens Mastermind hinter dem lautmalerischen Gesamtkunstwerk PewPewPew, hat mich dankenswerterweise eingeladen, um mit ihm über Muskeln, Schweiß, Frauen, Hintern, Autos, 9/11-Gags und vor allem eines zu philosophieren: die Familie!

Viel Spaß beim Zuhören!

Shownotes:
Moviepilot: John Wick oder: Was macht eine gute Actionszene aus?
Every Frame A Painting: Jackie Chan – How to Do Action Comedy
Variety: Michelle Rodriguez on Paul Walker’s Death: ‘It Was Like Losing a Limb’
US Magazin: Vin Diesel Poses Naked in Shower After Ice Bucket Challenge
The Verge: Please don’t share Tyrese Gibson’s Facebook posts
Intro: @laut-malerei
Outro: @HANSEMANN

Hier die Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:
MP3: pewcast016.mp3 (47 MB)
Soundcloud: PewCast 016: Wild Speed – Sky Mission
iTunes: PewCast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/pewcast

Kontrapunkt: Flop Five 2014

94 Filme mit Kinostart habe ich dieses Jahr gesehen. Es waren einige Perlen darunter, etwas mehr Meterware – und auch wieder cineastischer Morast, durch den ich waten musste. Hier die schlechtesten Filme des Jahres 2014 (mit deutschem Kinostart), aus meiner ganz persönlichen Sicht:

Step Up All In - Poster 1Platz 5: Step Up All In (USA 2014)
Eine abgekarterte TV-Show ist so ziemlich das subversivste, was der nunmehr fünfte Teil der Tanzfilm-Reihe zu bieten hat. Der Rest ist nett anzuschauendes und systemkonformes Herumgehampel und altbewährtes Beiwerk, wie bereits erwähnt: Die Loyalitätsfrage im Kollegenkreis während der Qualifikationsrunden in Las Vegas und eine plump eingeflochtene Romanze zwischen den beiden Hauptfiguren, dem coolen Sean (Ryan Gutzman) und der kratzbürstigen Andie (Briana Evigan). Teenager lernen hier noch etwas über die wirklich wahren Werte: dass ein cooler Klamotten- und Dance-Style sowie aufbauende Sprüche („Easy come, easy go, Bro.“) krass wichtig sind im Leben. Dumm nur, dass man diese Botschaften auch in einem ungleich kürzerem Musikvideo hätte auf den Punkt bringen können.

Die Mamba - Poster 2Platz 4: Die Mamba (D/A 2014)
Ein weltweit gesuchter Top-Terrorist mit dem Codenamen „Mamba“ wird mit dem trotteligen Hossein, Sounddesigner in einer Keksfabrik (!) verwechselt, der fortan an seiner Stelle und zusammen mit einer „Kollegin“ mit stets feuchtem Höschen durch eine absurde und lächerliche Handlung stolpert. Der österreichische Komiker Michael Niavarani spielt die Karikatur der Parodie eines Geheimagenten und darf sich als stets unterdrückter Ehemann einer herrischen Migranten-Mutti ganz ins Klischee fügen. Ungleich witziger ist „Stromberg“ Christoph Maria Herbst als schwuler CIA-Agent, der wirklich jede Slapstickeinlage und jeden Gag unter die Gürtellinie mit beeindruckendem Mut zur kompletten Peinlichkeit regelrecht absorbiert. Drehbuch und Action-Inszenierung von Ali Samadi Ahadi (ja, der Name ist echt) sind trotz überraschender Kurzweiligkeit eine Katastrophe, auch wenn bei dem intellektuellen Trauerspiel hin und wieder ein Kichern nicht verleugnet werden kann.

Transformers: Ära des Untergangs - Poster 1Platz 3: Transformers: Ära des Untergangs (USA/China 2014)
Die böse Transformers-Rasse der Decepticons war vernichtend geschlagen, Shia LaBeouf hatte nach dem dritten Teil auch keinen Bock mehr. Das hielt jedoch Krawall-Barde Michael Bay nicht davon ab, eine weitere durch ihre Monströsität ermüdende Zerstörungsorgie in epischer Länge anzuzetteln, in der sich dämliche, im Labor gezüchtete Blechschädel und Autobots immer wieder deppert aufs Maul hauen. Bei all den Raketenangriffen und Explosionen von CGI-geschwängerten Effektpixeln über satte 160 Minuten scheint auch das Drehbuch zu Bruch gegangen zu sein, was Dialogzeilen wie „Mein Gesicht ist mein Gerichtsbeschluss!“ erklärt. Und All-American-Hero Mark Wahlberg darf hier den Klischee-Vater schlechthin geben (armer Erfinder, Frau tot, übermäßig behütetes Töchterchen durch hormonellen Überschwang im Begriff, sich von heißem „Red Bull“-Rennfahrer schwängern zu lassen). Ideenfreie Action die etwa so erfrischend ist wie verrostetes Altmetall.

Sie Leben They Live DVD-Cover LayeredPlatz 2: In Fear (GB 2013)
Macker lernt Tussi kennen, beide wollen auf ein Festival. Vorher war Auseinandersetzung im Pub. Macker will Nacht vorher aber noch in abgelegenem Hotel „übernachten“. Is klar. Macker folgt merkwürdiger Straße und Schildern, die im Kreis herumzuführen scheinen. Tussi beginnt, hysterisch zu werden, Macker fährt, fährt, fährt. Irgendwann sind beide verzweifelt und nehmen blutüberströmten Psycho mit. Luzifus freute sich auf netten Horrorfilm, wurde aber enttäuscht. Handlung dreht sich im Kreis, nichts passiert, kein Grusel – außer dann mal kurz, nach einer Dreiviertelstunde. Dann musste Macker mal pinkeln – ihhhhhhhh! Zugucker (ich) sieht ab und an hübsche Naturaufnahmen und denkt darüber nach, mit 300 Euro für Kunstblut und Mietwagen Remake zu drehen. In Brandenburg, denn da ist wieder jemand vor den Baum gegurkt. Zugucker attestiert „Ästhetik des Abwesenden“, stetige Referenz auf das Unsichtbare, vor allem an die beim Schauen verschütt gegangene Zeit und das fehlende Schauspieltalent des Darstellertrios.

Bibi & Tina - Voll verhext - Poster 1Platz 1: Bibi & Tina – Voll verhext! (Deutschland 2014)
Wenn die gut gepflegten Pferde durch die sonnendurchflutete Steppe in Brandenburg hetzen, schlagen die Herzen der „Wendy“-Leserinnen höher. Leider auch nur die von dieser halbwüchsigen Zielgruppe, weil alberne Kostüme, eine dümmliche Minimalhandlung und eine barbiehafte Grinsekatze von Hauptdarstellerin (Lina Larissa Strahl) den Normalzuschauer fragen lassen, wann dieser böse Zauber endlich aufhört. In ihrer Penetranz unerträglich integrierte Popsongs für Kinder massakrieren die Gehörgänge und Olli Schulz als stets genervter Bösewicht mit Voldemort-Attitüde ist wie das restliche Szenario schlicht nur peinlich. Das infantile Drehbuch von Regisseur Detlev Buck ist ein böser Spuk, auch wenn er Bibi auf der Suche nach Reiterhof-Urlaubsgästen einen guten Satz in den Mund legt: „Das war Akquise: man macht vor nichts und niemanden Halt.“ – Frau Blocksberg, möchtest du beim multimania im Anzeigenverkauf anheuern?

Knapp an der Aufnahme in die Liste vorbeigeschrammt:
The Legend of Hercules: Outtakes von „300“ von schwächelndem Renny Harlin (Ex-Actionregie-Gott u.a. von „Cliffhanger“) uninspiriert und langweilig mit griechischer Mythologie verquirlt. „Spartacus“ Liam McIntyre enttäuscht als blasser und weinerlicher Herkules-Sidekick besonders bei Arena-Kämpfen.
Einmal Hans mit scharfer Soße: Der Islam gehört zu Deutschland – nur leider verhält sich diese deutsche Multi-Kulti-Klischee-Attacke aka Bestselleradaption mit einem 30 Jahre alten Weltbild nicht so.

Folgende potenzielle Kandidaten habe ich nicht gesehen:
Alles inklusive, Grace of Monaco, Männerhort, Sabotage, StreetDance Kids, Strom Hunters, Und Äktschn! sowie Vaterfreuden.