Anna Karenina choreographiert von Joe Wright

Joe Wrights Filme gleichen im besten Falle 90-minütigen Tänzen, egal ob seine Kamera ihre Pirouetten nun durch das England der Regency, über den Strand von Dünkirchen oder in die Unterführung am ICC dreht. Da wundert es nicht, dass der eher in die Vertikale tendierende, jedoch in seinem Wesen statische Solist sich wie ein Fremdkörper in der Filmografie anfühlt. Nun also Tolstoi. Der erste Trailer für Anna Karenina zeigt dem großen Gatsby der Marke Luhrman jedenfalls, wo die Harke in Sachen Literaturverfilmung hängt. Wright scheint hier nun in jeder Hinsicht frei zu drehen und ich freu mich drauf. Am 25. Oktober startet Anna Karenina in den deutschen Kinos.

Neues von Joe Wright und Gus Van Sant

Schritt für Schritt nähern wir uns der Oscar-Saison. d.h. wir befinden uns sozusagen in den Vorwehen derselben.

Entsprechende Filme bewerben auch zur Zeit aktuelle Trailer, sofern diese sich nicht um die Martini- Eskapaden eines britischen Geheimdienstlers drehen.

Gus Van Sants neues Biopic Milk, das am 29. Oktober in Deutschland anläuft, hat dahingehend durchaus Potenzial.

Der titelgebende Harvey Milk (Sean Penn) war der erste bekennende Homosexuelle, der in den USA in ein öffentliches Amt gewählt wurde. Er diente nämlich in den Siebzigern als Stadtrat von San Francisco bis sein Leben ein tragisches Ende nahm.

Neben Penn werden Josh Brolin, Emile Hirsch und James Franco in dem Film zu sehen sein. Bryan Singer plante übrigens ein ähnliches Projekt unter dem Titel „The Mayor of Castro Street“. Der Streik der Drehbuchautoren verhinderte jedoch eine direkte Konkurrenz mit „Milk“.

Runterladen kann man den Trailer bei MovieMaze. Fehlt es an Festplattenkapazität macht’s auch die YouTube-Version:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=WW0lQrWn5VI]


Joe Wright, der mit „Abbitte“ Anfang des Jahres Platz eins meiner Top Ten und ein paar Oscarnominierungen eroberte, schickt die Literaturverfilmung The Soloist ins Rennen um diverse goldene Statuetten.

Der Inhalt wird wie folgt aussehen:

Steve Lopez (Robert Downey Jr.), Zeitungskolumnist der LA Times, trifft in den Straßen von Los Angeles durch einen Zufall das ehemalige Wunderkind der klassischen Musik Nathaniel Anthony Ayers (Jamie Foxx). Mit viel Verständnis, Geduld und durch die Kraft der Musik versucht Lopez, dem schizophrenen, obdachlosen Cellisten wieder eine Perspektive zu geben und ihn auf den richtigen Weg zurückzubringen.  [Quelle: Filmstarts.de]

Da es leider keinen Oscar „for just being awesomely cool“ gibt, den Mr. Downey für „Iron Man“ sicher in der Tasche gehabt hätte, wird’s vielleicht etwas mit dem dramatischen Soloist.

Der Trailer wirkt ein wenig wie Tränendrüsenkino, aber Wright hat bereits zweimal gezeigt, dass er einer ist, auf den man in Zukunft achtgeben sollte. Mal sehen, wie er nach „Abbitte“ und „Stolz und Vorurteil“ mit einem Stoff aus der Gegenwart zurechtkommt.

Abgerundet wird das Ensemble um Downey Jr. und Foxx mit Tom Hollander („Fluch der Karibik“) und Catherine Keener („Capote“).

The Soloist startet bei uns am 22. Januar.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=UR6IAGGW-0s]