Vorsicht Sehnsucht!

Selten ist der Wettbewerb eines Filmfestivals so maßgebend für ein Kinojahr, wie jener von Cannes es letztes Jahr gewesen ist. War zunächst Skepsis darüber vorhanden, ob den ungewöhnlich vielen großen Namen auch große Taten folgen würden, versorgten Haneke, Tarantino, Audiard, Campion und andere in den folgenden Monaten die Leinwände der Welt mit einigem Diskussionsstoff. Noch immer wurde der Wettbewerbsjahrgang nicht vollständig bis in unsere Kinos durchgereicht. Auf Gaspar Noes „Enter the Void“ warten Fans und Foes noch immer. Weniger skandalträchtig ist der neue Film von Alain Resnais, der immerhin den Spezialpreis der Jury für sich verbuchen konnte, aber neben Nazis und Genitalverstümmlungen geradezu eine sanfte Abwechslung zu bieten schien.

Resnais, Lieblingsfeind all jener, die die Bezeichnung „europäisches Autorenkino“ als Warnung ansehen, scheint sich in Vorsicht Sehnsucht seinem zuckersüßen Vorgänger „Herzen“ anzunähern. Zumindest die saturierten Bilder und die beiden Hauptdarsteller (Sabine Azéma und André Dussollier) lassen dies vermuten. Die Kritiken dagegen deuten ein etwas schwereres Werk an. Aber wer braucht schon eine Handlung, wenn er solche Bilder bekommt?


„Vorsicht Sehnsucht“ startet am 22. April (endlich) in Deutschland. Der Trailer ist auch bei Apple einsehbar.

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