Augen des Begehrens: Olivia de Havilland und Charles Boyer in Hold Back the Dawn (USA, 1941)

Charles Boyer in Hold Back the Dawn

„Rosemary DeCamp was the quintessential small-town American mother“, beginnt die IMDb-Bio der Darstellerin, deren Figur Berta Kurz in den Wehen und mit einer Notlüge auf den Lippen die Grenze der Vereinigten Staaten von Amerika überschreitet. Sie will ihr Kind im Büro des Einwanderungsbeamten Inspector Hammock (Walter Abel) gebären, auf dass es automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft erhält. Berta war eine der ersten Kinorollen von DeCamp. Zur kleinstädtischen amerikanischen Mutter schlechthin musste sie erst werden, genau wie Berta Kurz, deren Kind, deren Kindeskinder sich irgendwann das „amerikanische Buzzword schlechthin“ erarbeiten würden, wenn sie denn über diese Grenze kommen, deren Schwelle 1941 quotiert war.

Olivia de Havilland spielt in Hold Back the Dawn von 1941 die amerikanische Kleinstadtlehrerin schlechthin. Emmy Brown heißt sie, ein schlichter Name im Vergleich zu den exotischen Georges und verheißungsvollen Anitas, die ihr über den Weg laufen werden in der mexikanischen Grenzstadt, wo die Quotierten Europas jahrelang auf Visa oder ein paar Wochen auf einen amerikanischen Ehepartner warten, um die Einreiseberechtigung zu erhalten. Wenn sie denn nicht die Hoffnung aufgeben. Wie diese Kapitulation vor den Umständen aussieht, definiert das Skript von Billy Wilder und Charles Brackett in Kürze. Eben ist das schäbige Hotel Esperanza, in dem der Rumäne Georges Iscovescu (Charles Boyer) unterkommen will, ausgebucht, da kreischt ein Zimmermädchen. Zimmer frei.

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Wollmilchcast #81 – Fast & Furious: Hobbs & Shaw und die Zukunft des Franchise

La Familia steckt in der Krise. Hinter den Kulissen geht ein Bruch durch die Fast & Furious-Reihe, können Vin Diesel und Dwayne Johnson offenbar nicht mehr am selben Set arbeiten. Nun läuft der erste Spin-off der Reihe in den deutschen Kinos. Mit Fast & Furious: Hobbs & Shaw spalten sich The Rock und Jason Statham von der Hauptreihe ab und treten zusammen mit Vanessa Kirby gegen Idris „Black Superman“ Elba an. Inszeniert wird der filmische Seitensprung von David Leitch (Atomic Blonde). Was bleibt von Fast & Furious, wenn man Vin Diesel subtrahiert, wie wird das essenzielle Motiv der Reihe, die Familie, im Spin-off verhandelt und was verrät uns Hobbs & Shaw über die Zukunft einer der letzten Franchise-Bastionen gegen die Disney-Allmacht? Im Podcast sprechen wir darüber. Viel Spaß!

Shownotes:

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Wollmilchcast #80 – Yesterday, Vox Lux und der Boom der Musikfilme

900 Millionen Dollar hat der Queen-Film Bohemian Rhapsody weltweit eingespielt und ist nur einer in einer Reihe von Musikfilmen und Musicals, die in den letzten Jahren erfolgreich im Kino gelaufen sind. Anlässlich der zeitnahen Kinostarts der beiden (im weiteren Sinne) Musikfilme Vox Lux von Brady Corbet und Yesterday von Danny Boyle sprechen wir im Podcast über die Welle musikalischer Kino-Hits, ihre Auslöser, die Gemeinsamkeiten der Filme und zukünftige Beiträge wie Steven Spielbergs West Side Story. Außerdem kommen Pedro Almodóvars autobiografisch geprägter neuer Film Leid und Herrlichkeit und Mitchell Leisens Migranten-Klassiker Hold Back the Dawn mit Charles Boyer zur Sprache, letzterer frisch erschienen in einer feinen Blu-ray-Edition von Arrow Academy. Viel Spaß!

Shownotes:

  • 00:01:27 – Yesterday, Vox Lux und die Welle der Musikfilme und Musicals
  • 01:02:23 – Leid und Herrlichkeit (2019) von Pedro Almodóvar
  • 01:14:16 – Hold Back the Dawn (1941) von Mitchell Leisen
  • 01:27:35 – Verabschiedung

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Wollmilchcast #79 – Der König der Löwen von Jon Favreau

Der König der Löwen von 1994 ist der Millennial-Klassiker unter den Disney-Zeichentrickfilmen. Nun erhält er ein Remake von Iron Man-Regisseur John Favreau. Im Podcast fragen wir uns, ob wir einen Live-Action- oder Animationsfilm vor uns haben, wie die Tierdoku-Optik mit den expressiven Stimmen zusammenpasst und was der neue König der Löwen über die kreative Ausrichtung von Disneys Realfilm-Remakes aussagt. Außerdem reisen wir in einen Sommer von Éric Rohmer und in eine Komödie von Herman Yau, A Home With A View aus Hongkong.

Shownotes:

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Wollmilchcast #78: Die Filme von Scarlett Johansson

Lucy mit Scarlett Johansson

In einem neuen Wollmilchcast-Special widmen wir uns diesmal keinem Regisseurin, sondern suchen Autorschaft und Konstanten des Werkes vor der Kamera. Speziell in der faszinierenden Karriere der Amerikanerin Scarlett Johansson. Als Arthouse-Star feierte sie in Lost in Translation ihren weltweiten Durchbruch und spielt mittlerweile in Milliarden-Franchises mit. Wir beschäftigen uns über die Dauer eines Spielfilms mit Johanssons Filmen, ihrer Selbst- und Fremddarstellung, ihrem Star-Image und dessen Wandel im Social Media-Zeitalter. Viel Spaß mit dem Podcast!

Shownotes:

  • 00:01:29 – Warum Scarlett Johansson?
  • 00:14:25 – Die Anfänge: Der Pferdeflüsterer
  • 00:21:25 – Ghost World und Lost in Translation
  • 00:29:43 – Scarlett Johansson und Woody Allen
  • 00:35:35 -Die Insel und der Schatten der Männer nach dem Durchbruch
  • 00:40:00 – Der bizarre Blockbuster-Aufstieg in Iron Man 2
  • 00:46:27 – Sex-Symbol und Femme Fatale
  • 00:54:26 – Zersetzung und Zusammensetzung in Under the Skin, Her, Lucy und Ghost in the Shell
  • 01:06:32 – Endgame, Black Widow und der Anfang vom Ende der MCU-Karriere
  • 01:21:51 – „ScarJo“ in der Image-Krise
  • 01:32:00 – Verabschiedung

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