Wollmilchcast #5 – Matthias & Jenny reden über After Earth von M. Night Shyamalan

After Earth

(c) Sony

Nach der missratenen Sci Fi-Romanze Seelen nehmen wir uns im fünften Wollmilchcast einer weiteren von Kritikern gescholtenen Zukunftsvision an. Aber hat After Earth von M. Night Shyamalan seinen erbärmlichen Rotten Tomatoes-Durchschnitt tatsächlich verdient? Verbirgt sich nicht vielleicht sogar ein annehmbares Abenteuer hinter dem ganzen Angst-Geschwurbel von Will Smith? Werdet selbst Zeuge, wie Matthias von Das Filmfeuilleton und ich uns im Streit um After Earth an die Gurgel gehen. Also zumindest fast. Also  eigentlich gar nicht. Wie dem auch sei, weniger auditives Blutvergießen gibt es in der Schilderung unserer Erwartungen an Expendables 3, und der Besprechung von so unterschiedlichen Filmen wie Lee Daniels  The Paperboy und Helmut Käutners Ludwig II. Aber hört selbst!

Shownotes:

00:00:01 – Unsere Erwartungen an Expendables 3.

00:14:10 – After Earth! Jetzt neu mit Inhalt!

01:03:00 – Über Helmut Käutners Ludwig II.

01:11:40 – Lee Daniels The Paperboy oder wie Nicole Kidman… ach, ihr wisst schon.

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Wollmilchcast #4 – Matthias & Jenny reden über Seelen & To the Wonder

Seelen

(c) Concorde

Am kommenden Donnerstag startet der unverkennbar auf Stephenie Meyers Mist gewachsene Seelen in den deutschen Kinos. Schon heute reden Matthias von Das Filmfeuilleton und ich über den neuen Science Fiction-Film von Andrew Niccol (Gattaca). Außerdem klären wir ein für alle Mal, wie Saoirse Ronan ausgesprochen wird, was Terrence Malick mit Terminator Salvation zu tun hat und welchen Film Ben Stiller statt Zoolander 2 drehen sollte. Aber hört selbst!

Shownotes:

00:00:01 – Erste Gedanken zu Arrested Development  Staffel 4 im als dritten Wollmilchcast angekündigten vierten Wollmilchcast.

00:06:00 – Der Versuch, den Inhalt von Seelen in zusammenhängende Sätze zu packen. Anschließend der Versuch, den Film in einer Sprechtherapie zu verarbeiten. (Saoirse)

00:39:00 – Über Terrence Malicks To the Wonder. (Bilge Ebiris Text über To the Wonder als Ballet)

01:05:30 – Hangover 3 und was Todd Phillips mit Lars von Trier gemein hat.

01:19:00 – Die endlose Nacht und der endlose Schweiß auf dem Tempelhofer Feld.

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Wollmilchcast #3 – Matthias & Jenny reden über Der große Gatsby

The Great Gatsby

(c) Warner

Nach den mal mehr, mal weniger befriedigenden Actionfilmen Star Trek Into Darkness und Fast & Furious 6 reden wir im dritten Wollmilchcast von Das Filmfeuilleton und the-gaffer.de über Baz Luhrmanns neue Literaturadaption, die vor zwei Wochen in den deutschen Kinos angelaufen ist. Mit Der große Gatsby hat sich der Australier das great american novel schlechthin als Vorlage gesucht. Ob die dreidimensionale Reise in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts hält, was Leo im obigen, leider Off-Kommentar-freien Bild verspricht, erfahrt ihr im Podcast. Außerdem sprechen Matthias und ich über den neuen Trailer für The World’s End von Edgar Wright, White Material von Claire Denis und die Terrence Malick-Retro im Arsenal.

Als kostenlosen Bonus gibt es diesmal eine authentische Neuköllner Soundkulisse.

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Wollmilchcast #2 – Matthias & Jenny reden über Fast & Furious 6

Fast & Furious 6

(c) Universal

Am 23. Mai startet Fast & Furious 6 in den deutschen Kinos. Das haben Matthias von Das Filmfeuilleton und meine Wenigkeit zum Anlass genommen, um unseren zweiten gemeinsamen Podcast aufzunehmen (Wollmilchcast #1: Star Trek Into Darkness). Neben Fast & Furious 6 von Justin Lin besprechen wir auch den Start des Filmfestivals in Cannes, neue Trailer für Gravity und Riddick, Filme, die wir zuletzt gesehen haben und natürlich das größte Serien-Highlight des Jahrhunderts. Bevor es losgeht, gibt’s noch das beim letzten Mal versprochene und vergessene Benedict Cumberbatch-GIF.

[Korrektur: Die im Podcast angesprochene Szene auf einer Kreuzung im Viertel Shibuya stammt tatsächlich aus Fast & Furious - Tokyo Drift. Soviel zur Recherche im Vorfeld.]

Show Notes:

00:00:00 – Cannes Filmfestival 2013 [Programm]

00:12:40 – Gravity Trailer [YouTube]

00:19:10 – Riddick Trailer [YouTube]

00:24:00 – Fast & Furious 6 (Spoiler!)

00:41:00 - London, oder was Fast & Furious 6 mit Antonioni zu tun hat

00:56:30 - Brücken-Action und der Sprung

01:11:20 – Finale in Spanien, Gina Carano & das fünfte Rad am Franchise-Wagen

01:23:00 – Die Bösewichte

01:34:33 – Spoilertastischer Cameo und die Zukunft des Franchise

01:43:50 - Seh-Hinweise (AD – Stoker – The Keep – Body Heat – Rollerball)

02:06:35 – Herzlichen Glückwunsch, Sie sind noch wach!

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Endlose Diskussionen – Ein Film wie die anderen (F 1968)

Diskussionen zu hören ist fürchterlich. Ich finde es schwer ertragbar. 1993 habe ich eine Folge von Hans Meiser gesehen, in der es um Dinosaurier ging. Ich war ein zwei Jahre vorher auf Godzilla getroffen, hielt ihn für einen Tyrannosaurus Rex und war zutiefst fasziniert. Während des Sehens hat mich nur eine Frage interessiert: „Was unterscheidet einen Deinonychus von einem Velociraptor?“. Eine unwichtige Frage, die mich auffraß. Die ersten waren meine Helden aus den „wissenschaftlichen“ Büchern und die anderen die bösen, aus dem Nichts auftauchenden Zöglinge Hollywoods. Ich wollte eine Antwort und bekam nur Gelaber. Themen, die mich nicht interessierten und Blah. Je länger es dauerte, desto ungeduldiger und aggressiver wurde ich. Es war frustrierend, diesen Dummbatzen zuzuhören. Kurz vor Schluss hat tatsächlich jemand die Frage gestellt. Die offensichtliche Frage. Die einzig wichtige Frage. Gebannt lauschte ich der halbwegs befriedigenden Antwort. Seit diesem Erlebnis ist mir ein tiefsitzender Glaube eingepflanzt, durch die ich Studien, die besagen, dass Talkshows intolerant machen, gerne und ohne Widerstand glaube. Ich hatte Hans Meiser und seine Diskussionspartner gehasst. Nur ein Zögern darüber, eigene Erfahrungen zu einer allgemeinen Wahrheit zu machen, lassen mich vom Glauben abweichen.

I’m willing to die too, but not of boredom. (Zabriskie Point)

Zwei Renault-Fabrikarbeiter und drei Studenten sitzen 1968 im Gras und diskutieren über den vergangenen Generalstreik. Darüber, was schiefgelaufen ist. Ob es der Anfang oder ein Ende ist. Was getan werden muss. Was einem am anderen stört, was sie gegenseitig misstrauisch macht, was sie voneinander trennt. Die Revolution im Allgemeinen. Geschehnisse im Besonderen. Meist sind sie nicht beim Reden zu sehen. Die Bilder in Un film comme les autres bieten uns schreiende Menschen in den Straßen, Daniel Cohn-Bendit agitierend, Steine fliegend, Polizisten schlagend. Zeitdokumente, damals nichts mehr als Nachrichten und Realität. Der Kampf, die Energie, die Hoffnung bersten aus den Bildern. Aufbruch, Kampf und verrannte Gedanken dieser Schwarz-Weiß-Bilder werden nur vom Grün des hohen Grases unterbrochen, in dem mal mehr, mal weniger erkenntlich fünf Menschen sitzen und diskutieren.

Sie reden, reden und reden. Nacheinander, ohne Pause, durcheinander, gleichzeitig. Vor allem im Off sprechen sie, weil wir ihre Münder selten sehen können. Aus dem Off dieser Diskussion erzählen uns die Stimmen der Studenten von Ereignissen von 1968, von Geschehnissen während der deutschen Besatzung, lesen von Gott und der Welt vor. Erschlagen werden wir von den Gedanken, den Diskussionen, den Bildern, den Implikationen, den Anstößen und den Fakten.

Das Thema des Films ist für Godard in erster Linie die lebendige Sprache der Diskussionsgruppe, ihr Stottern, ihre Sackgassen, ihre Überschneidungen, Wiederholungen, ihre Naivität, eine Sprache, die noch nicht erschlagen ist, aber die es bald sein wird. Godard legt Wert darauf, dass die freie Entwicklung und die Dauer der Rede respektiert werden. (Alain Bergala, Cahiers du cinéma, 11/1990 oder Klappentext einer dt. DVD)

Seinen eigenen Gedanken folgen kostet einem die Diskussion. Die fehlende Möglichkeit eingreifen zu können, kann frustrierend sein. Unfähigkeit sich gegen die Ärgerlichkeiten zu wehren oder die interessanten Punkte zu vertiefen, ist ein jeder in Un film comme les autres ausgeliefert. Sie ist ein Akt der Gewalt, wie das Verbrechen.

Wir lernen, dass es Klassiker im Kino gibt, dass es gute und schlechte Filme gibt. Im französischen Fernsehen sollte es aber nur gute Filme geben. Filme, die keine intellektuelle Vergiftung sind, um die Menschen in einem Zustand der Passivität und Gleichgültigkeit zu halten. Sendungen mit Titeln wie „Heute abend ins Theater“ oder „Theatre de Boulevard“, das ist doch zum Heulen. (Un film comme les autres)

Es ist ein Allgemeinplatz, der in Filmen von weisen Meistern wiederholt wird, nachdem Zuhören einen weiterbringt als Eingreifen oder Selbstreden. Wer also Antworten von Un film comme les autres erwartet, der kann zuhören und sich am Ende Gedanken machen, was er gehört hat. Eine fiese, schwere Aufgabe, die kaum zu bewältigen ist, denn dieser Film baut keinen Sog auf, der einen gefangen nehmen will. Er sucht Distanz. Bestenfalls kann er uns etwas Abstand von uns selbst bringen. Schlimmstenfalls Hass auf das ewige Gerede.

Simon Frisch hat zu mir in einer Diskussion über Sátántángo einmal gesagt, dass es ein Film ist, mit dem gelebt werden kann. Dem nicht die ganze Zeit gefolgt werden muss. Wir können aufs Klo gehen, die Gedanken schweifen lassen, den Bildern statt den Worten folgen. Ein Film in den wiedereingestiegen und aus dem wieder ausgestiegen werden kann. Er wird bleiben, wie er ist und vor sich hinlaufen, egal was wir machen. Egal was wir aus ihm machen. Und außerdem, wer will schon Antworten?

Wenige Sekunden herrscht zwei-, dreimal Ruhe. Erfrischende Ruhe. Die Gewalt verschwindet, wie der Rasenmäher des Nachbarn aufhört. Erleichternd, auch wenn wir ihn kaum noch wahrnahmen. Trotzdem ist Un film comme les autres kein schlechter Film, dafür ist er zu wenig Heldenverehrung und vor allem zu weit weg vom wohligen Eierschaukeln, mit dem heutige Fernsehredakteure die 60er Jahre in Frieden ruhen lassen, als nostalgische warme Wanne der Schönheit und Einöde. Was jeder mit diesem Kram hier macht, bleibt ihm überlassen. Mit ihm leben hat aber einiges für sich.

Es handelt sich übrigens um einen Film von der Groupe Dziga Vertov (und Jean-Luc Godard).

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