Video: Chaos Cinema – The decline and fall of action filmmaking

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob die negative Interpretation der Entwicklung des Actionkinos, wie sie hier von Matthias Stork in seinem Videoessay vorgenommen wird, notwendig ist (ich persönlich stimme ihm zu). So oder so ist sein zweiteiliger Exkurs über das Chaos Cinema (Stichwörter: Handkamera, intensified continuity) für alle zu empfehlen, die zu faul sind, um David Bordwells Bücher zu lesen. Allen, die jetzt noch mehr Lust auf den alten DB haben, kann ich seinen Text “Hollywood Action: The 1980s and After” empfehlen, der u.a. in “Poetics of Cinema” zu finden ist.

(via CinemaBlend)

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Jenny Jecke (28) hat Medienwissenschaften in Jena studiert. 2007 gründete sie das Blog „the gaffer“, um ihre Besserwisserei in Sachen Film auch im Internet auszuleben. Jenny ist bei Twitter zu finden und arbeitet als Redakteurin bei moviepilot.

2 comments to Video: Chaos Cinema – The decline and fall of action filmmaking

  • avatar vannorden

    Sehr interessant. Er stellt sich aber, finde ich, selbst irgendwie ein Bein, da er immer wieder darauf referiert wie toll es damals war. Was das ganze für mich in die Nostalgie-Ecke rückt.
    Ich habe auch viel zu wenige von den Filmen gesehen, da mein Interesse am Actionfilm nicht gut in dieses Jahrhundert gestartet ist, aber das lag nicht an einem chaotischen Kino, sondern da Filme wie Bad Boys nur eine Ansammlung von cooooooolen Gesten war, die nichts weiter zu bieten hatten, wodurch das Chaos nicht überwältigend war, sondern abgrundtief langweilig. Jetzt da mein Interesse wiederkommt, finde ich die Kritik am Styl aber etwas fadenscheinig. Nehmen wir den Vorwurf, dass Schauspielern bei ihrer beindruckenden Arbeit nicht zusehen kann, weil alles im Schnittfeuerwerk untergeht. Er beruft sich ja auf Bressons nicht schneiden Argument. Aber das finde ich greift gar nicht, weil diese Filme ihre Künstlichkeit nicht verstecken und es auch gar nicht um Beeindruckung durch die Tanzkünste des Schauspielers geht, sondern um das Lenken von Aufmerksamkeit. Bei der Zugszene aus Unstoppable … ohne mein Gott ich werde auf die dunkle Seite gezog … Tony … aua… Herr Scott natürlich … ja … natürlich Meister … also bei dieser Szene finde ich die Ratlosigkeit gerade durch die kurzen Blicke auf Denzel Washington und den Sidekick … ähm Pine oder so … super eingefangen und nachfühlbar. Was er entgegen setzt, dass man andere Freuden nicht haben kann, wie Gesten, Körpersprache, Reaktionen, aber all das wird eingefangen, aber nur wenn der Regisseur es zeigen möchte, und Scott mmacht es, aber eben nicht im Überblick sondern mit kurzen Augenblicken (durchaus wörtlich gemeint). Das ist nicht an sich gut und wenn alle Filme gleich sind wahrscheinlich auch langweilig, aber um eine kurze Sache lang zu machen, finde ich nicht das Handwerk an sich schlecht, sondern wie damit umgegangen wird. Das sagt er zwar auch einmal, aber meist liest es sich eben wie ein nostalgisches Pamphlet, dass vielzuviel über einen Kamm scherrt.

  • avatar jenny

    Ich würde auch sagen, dass seine Argumentation mit etwas weniger Urteil überzeugender wäre. Hierbei folgt er doch sehr stark Bordwell, dessen Texten man stellenweise auch Nostalgie unterstellen könnte. Nichtsdestotrotz finde ich viele seiner bzw. Bordwells Beobachtungen treffend. So kann gerade die schnittmeisterliche Zerstückelung der Bewegungen von Körpern die “physische Suggestionskraft” einer Actionszene zerstören. Das fällt mir gerade bei den Bourne-Filmen von Greengrass auf, aber auch bei vielen Wackelkamera-Epigonen. hier wird nicht nur die Arbeit der Darsteller (sofern sie es denn können) zu nichte gemacht, sondern sicher auch die der Stuntmänner. Das Problem ist nur, dass die Betonung hier auf dem “kann” liegen sollte. Dass oben Tony Scott und Pierre Morel mit den schlechten Wacklern in einen Topf geworfen werden, kann ich nämlich nicht nachvollziehen. Zum einen, weil Unstoppable abseits der Großaufnahmen geradezu altmodisch inszeniert ist (Und Domino ist verdammt nochmal kein Actionfilm), während Morels Filme wesentlich erfolgreicher darin sind, einen filmischen Raum aufzubauen. Das ist überhaupt ein Aspekt, der stärker beleuchtet werden sollte, wenn man schon die guten von den schlechten Wacklern unterscheiden will.

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