Visions of China 2009

China ist groß. Das wissen selbst Menschen, die keinen Zugang zu Wikipedia haben. Seit den frühen 80er Jahren – mit dem ersten Jahrgang der Beijinger Filmakademie, dem u.a. Zhang Yimou und Chen Kaige angehörten – ist die Filmindustrie im Reich der Mitte im Wiederaufbau begriffen. Doch selbst heute ist ihr kommerzielles Potenzial noch nicht vollständig erschlossen, bedenkt man, dass der Ausbau der Kinos noch im vollen Gange ist.

Immer dem potenziellen Konflikt mit der Zensurbehörde SARFT ausgesetzt, bewegen sich die Filme, ob Mainstream oder Kunst, bekanntlich auf dünnem Eis. Auf diesen Konflikt sollte man die Auseinandersetzung mit der fernöstlichen Filmindustrie jedoch nicht reduzieren, auch wenn das deutsche Feuilleton leider dazu neigt. Konform oder kritisch – das sind Kategorien, die jegliche Grautöne vermissen lassen. Kann man die Werke von Feng Xiaogang unbeachtet lassen, weil er Star-Vehikel dreht, welche die Kassen füllen, statt mit der Handkamera verbotenerweise in Shanghai unterwegs zu sein? Das Filmfestival Visions of China bot jedenfalls eine hervorragende Gelegenheit, sich mit einer Auswahl von kleinen und großen Filmen dem aktuellen Geschehen im Filmland China anzunähern, die nicht zum üblichen Festival-Futter gehören. In einem Special, das beim MANIFEST erschienen ist, kann man nun etwas über die diesjährige dritte Ausgabe des Festvals lesen.

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Jenny Jecke (31) hat Medienwissenschaften in Jena studiert. 2007 gründete sie das Blog „the gaffer“, um ihre Besserwisserei in Sachen Film auch im Internet auszuleben. Jenny ist bei Twitter zu finden und arbeitet als Redakteurin bei moviepilot.

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