Zwei bum bum Trailer

Zwei Trailer mit viel Action und C.G.I.-Kram. Der eine punktet mit der Verheißung von trashigem Vampirgetöte, der andere mit gritty Alien-Angriffen und einer Ästhetik irgendwo zwischen Ridley Scott und Michael Bay. Sagt, was ihr wollt! Nennt mich meinetwegen verrückt, aber von den beiden freue ich mich am meisten auf „Priest“. So, jetzt ist’s raus.

Priest startet am 9. Juni bei uns im Kino.

World Invasion: Battle Los Angeles läuft am 14. April an.

Not Another Alien Invasion Movie

Der Typ von Nobono hat mir gesagt, dass ich diesen Trailer posten soll, also mach ich das jetzt (vollkommen verspätet). Battle: Los Angeles könnte ein gigantisch dummer Action-Reinfall werden, aber ungeachtet des dubiosen Personals hinter der Kamera sei an dieser Stelle zugegeben, dass der Trailer recht effektiv ist. Um ein vielfaches besser ist er als jener für „Otto’s Eleven“, den ich am Dienstag vor „Unstoppable“ (!) bewundern durfte. Aber das nur am Rande. „Battle: Los Angeles“ wird in Deutschland am 14. April 2011 in den Kinos starten. Den Trailer kann man auch bei YouTube anschauen.

Kontrapunkt: Rauchen

Ich muss zugeben, dass ich mich von einem sehr gelungenen Essay auf schnitt.de hab inspirieren lassen bei dieser Retrospektive. Dabei soll keine Ode an den blauen Dunst im Vordergrund stehen (bei mir als zu 99%-Nichtraucher wäre das auch ein Verrat an mir selbst), sondern etwas Klarheit in die nebligen Facetten seiner filmischen Thematisierung gebracht werden.

Thank You for Smoking (USA 2005)

Ein eloquenter Lobbyist der Tabakindustrie namens Nick Naylor (Aaron “Harvey Dent” Eckhart) tritt in den Medien zur Ehrenrettung einer milliardenschweren Industrie gegen das negative Image der Zigarette solange an, bis er einer hinterlistigen Journalistin (Katie Holmes) auf den Leim geht, der er im Bett pikante Details preis gibt. Mit satirischen Seitenhieben auf die Filmindustrie (absurde Ideen zur Steigerung der Popularität des Rauchens in einem Science-Fiction-Film oder die Abänderung alter Filmplakate, auf denen der Glimmstängel zu sehen ist) und den Job des Lobbyisten (man muss im Angesichts von Krebskindern schon mal „moralisch flexibel“ sein und auch mal Käse als gesundheitsschädliches Genussmittel deklarieren) wird dabei nicht gespart. Dabei treffen viele bissige Gags genau ins Schwarze und es ist eine Freude, dem Vorzeige-Lobbyisten bei der Manipulation der Meinung der Menschen zuzusehen. Übrigens: Im gesamten Film wird keine einzige Zigarette geraucht. Na, wenn das mal kein politisches Statement ist!

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (USA/CDN 2007)

Der alles andere als knackige Titel steht in einem gewissen Zusammenhang zur Behäbigkeit des Films: Auf Genauigkeit und Exaktheit wurde sehr stark Wert gelegt, auf ausladende Länge aber auch. „Die Ermordung…“ hält sich eng an die biografischen Daten von Jesse James (Brad Pitt) in den letzten Monaten seines Lebens und illustriert mit der elegischen Musik von Nick Cave und wiederholten Aufnahmen von Wolken dessen düsteren Gemütszustand und das angespannte, von Misstrauen geprägte Klima, was zwischen ihm und seinen Gefährten, insbesondere seinem späteren Mörder und Verräter Robert Ford (Casey Affleck), geherrscht hat. Zwar gab der von Depressionen geplagte James nach außen hin den jovialen Lebemann, der in diesem Gestus genüsslich seine Zigarre als Symbol seiner Erhabenheit genoss. Innen aber schien er mit seinem Leben abgeschlossen zu haben. Nach einigen dialogverliebten Längen in den ersten zwei Stunden offenbart das Western-Epos zum Ende hin, als es sich zunehmend der Schilderung des Lebens von Robert Ford nach seinem legendären Mord annimmt, seine ganzen Qualitäten als schwermütige, großartig bebilderte Tragödie fernab der plakativen Mythenbildung.

Basic Instinct (USA/F 1992)

Ein moderner, hoch spannender Film Noir um einen aufbrausenden Cop Nick (Michael Douglas), den Ermittlungen in einem Mordfall zu der bisexuellen Millionenerbin und Romanautorin Catherine Tramell (Sharon Stone) führen. Eine leidenschaftliche Affäre, in der beide ihre Kräfte und Grenzen austesten, nimmt ihren Lauf. Legendär ist der wohl berühmteste Beinüberschlag der Filmgeschichte, wenn Sharon Stone ohne Unterwäsche als verruchte und Ketten rauchende Femme Fatale zu einem Mord verhört wird. Rauchen wird dabei mit Sünde und Laster in Verbindung bebracht, gerät der zunächst vom Glimmstängel abstinente, dann „rückfällige“ Nick doch immer tiefer in einen undurchsichtigen Strudel um Sex & Crime, den Regisseur Paul Verhoeven graphisch und körperlich mit Mut zur Provokation inszenierte und Joe Eszterhas wendungsreich schrieb. Dabei weiß man erst bei Sichtung der ebenso überkonstruierten wie sterilen Fortsetzung von 2005 wieder, was man an diesem Erotikthriller und insbesondere Michael Douglas hatte, der den Direktvergleich zum schauspielerischen Totalausfall David Morrissey als männlicher Part locker gewinnt.