Warnung! Cash Cow im Anmarsch!

Drama! Chöre! Zeitlupen! Nicht zu übersehen ist, dass ein „Epos“ mit einem Paukenschlag zum Ende kommt.  Das will uns zumindest die Marketingabteilung von Warner glauben machen. Ebenso wenig zu übersehen bzw. zu überlesen waren die diversen Mängel in J.K. Rowlings siebten und damit letzten Potter-Band „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“, gerade was die Pathos-Ecke betrifft. Ob Regisseur David Yates und Drehbuchalbtraumautor Steve Kloves nun dazu in der Lage sind, Plot und Spannung des Buches sinnvoll auf zwei Spielfilme zu verteilen, wird sich am 17. November 2010 und am 15. Juli 2011 zeigen. Dann laufen Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil I und II in den deutschen Kinos an. Bisher haben die Filme der Reihe allerdings von Kürzungen profitiert. Nach dem enttäuschenden „Halbblutprinz“ bleibt die Vorfreude gedämpft.

Den aktuellen Trailer gibt’s auch bei MovieMaze.

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Harry Potter und der Halbblutprinz (USA/GB 2009)

Stilistisch gesehen haben die Verfilmungen der Erfolgsromane von J.K. Rowling mit dem dritten Teil „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ ihre Heimstätte gefunden. Die karge, dennoch romantische Berg- und Seenlandschaft um Hogwarts liefert seitdem den stimmigen Hintergrund für das zunehmend unheimlich anmutende Schulgebäude, dem die kindliche Freude an der Magie der sprechenden Gemälde und wandelnden Treppen von Film zu Film entzogen wird. Die Wiederauferstehung Voldemorts im Nachfolger, seine vermehrt öffentlich agierenden Todesser, das drohende Unheil einer erneuten faschistischen Diktatur in der Außenwelt stellt auch den Status des geliebten Zaubererinternats als Insel der unversehrten Glückseligen in Frage. So kulminiert der sechste Teil Harry Potter und der Halbblutprinz in der Einsicht, dass  die Kindheit in vielerlei Hinsicht vorbei ist. Geborgen in der Parallelwelt Hogwarts können Harry, Ron und Hermine nicht länger sein, denn die Schule und ihre Schüler sind endgültig Teil der Welt und ihrer erwachsenen Konflikte geworden. Hogwarts/die Kindheit barg eine schöne Zeit, doch diese hat unwiderruflich ihr Ende gefunden. Verantwortung und Autonomie heißen die Ingredienzen der Zukunft. Freud und Leid der Pubertät, wie es Regisseur David Yates und Drehbuchautor Steve Kloves so detailliert auf die Leinwand bringen, dienen dabei als vorwiegend komisches Symptom der Abnabelung Harrys von seinem väterlichen Surrogat Dumbledore. Der Schulleiter weiht ihn diesmal in seine Erinnerungen an den jungen Tom Riddle, den späteren Voldemort, ein, um den Auserwählten auf den unausweichlichen Endkampf mit diesem vorzubereiten. Zu allem Überfluss muss Harry (Daniel Radcliffe) sich mit seinen aufwallenden Gefühlen für Rons Schwester Ginny herumschlagen und die zwielichtigen Machenschaften Draco Malfoys (Tom Felton) im Auge behalten. Der hat tatsächlich einen Auftrag vom Dunklen Lord höchstpersönlich. Während die anderen Jugendlichen in den Gängen ausgiebig knutschen, wandelt dieser Draco wie ein schwarzer Schatten einsam durch die Gänge. Ihm sind Unschuld und Schutz längst entrissen worden.

Es ist schon eine unfreiwillige Tradition der Potter-Filme, dass bestimmte Nebenfiguren Harry, den Held und Heilsbringer der Geschichte, sowohl schauspielerisch wie auch in Sachen Charakterfülle in den Schatten stellen. Ob Malfoy, Severus Snape oder Tom Riddle selbst – mehrere Figuren in diesem Film tragen gewichtigere Konflikte mit sich herum als der Auserwählte. Selbst die Probleme innerhalb der nicht vorhandenen Beziehung zwischen Ron und Hermine, ihr Hin und Her zwischen Eifersucht und Zuneigung, werden nuancierter ausgeführt als Harrys hölzerne Liebelei mit der schauspielerisch überforderten Bonnie Wright alias Ginny Weasley. Durchweg überzeugt Radcliffe in seinem Zusammenspiel mit Jim Broadbent, der als  Professor Horace Slughorn zum Ensemble dazu stößt. Der Celebritiy-verrückte Slug liebt es, seine Beziehungen zur Zauberer-Prominenz aller Welt unter die Nase zu reiben und in seinen Augen gibt der Auserwählte naturgemäß ein glänzendes Exemplar für seine Sammlung ab. Broadbent zieht alle Gefühlsregister in seiner Rolle, die eine sympathischere, fachkundige Spiegelung des aufgeblasenen Gilderoy Lockhart aus dem zweiten Film darstellt. Einer nicht zu übersehenden Erbärmlichkeit dieses Lehrers, der seine Eitelkeit als Mentor eines exklusiven Schülerclubs füttert, setzt Broadbent mit seinen großen verzweifelt naiven Augen das verdrängte, unterschwellige Bewusstsein für seine Verantwortung am Aufstieg Voldemorts entgegen. Der Oscar-reife Auftritt des Briten reiht sich ein in die alles überragende Abwendung der Reihe von den Kinderbuchwurzeln.

Fast zum verzweifeln ist es daher, dass die in den ersten Minuten des Films etablierte Atmosphäre allumfassender Bedrohung nicht konsequenter durchgehalten wird. Da gleitet die Kamera noch rasend schnell durch Londoner Straßen, gibt den Blick fliegender Todesser wieder, welche die Zauberer-Welt mit Entführungen in Angst und Schrecken versetzen. Da offenbart der Film seine Nähe zum Zeitgeschehen, wenn er einen Terroranschlag der Schergen Voldemorts auf die Londoner Millennium Bridge schildert, welcher in der Vorlage in dieser Ausführlichkeit nicht einmal vorkam. Unsicher über seine eigene erzählerische Haltung kontrastiert der Film allerdings jeden dramatischen Wendepunkt mit dem Comic Relief vertauschter Liebestränke und knutschsüchtiger Freundinnen. Eine Prise davon sorgt für Erheiterung in der ansonsten klaustrophobischen Umgebung Hogwarts,  charakterisiert durch die verschachtelten Gänge der mittelalterlichen Schule und die erdrückenden punktuellen Weichzeichner, welche aus den Erinnerungen von Dumbeldores Pensieve in den Schulalltag übergegriffen haben und die Figuren zusätzlich wie Gefangene  im Bild kadrieren. Im Übermaß wirken die pubertären Eskapaden dagegen aufgesetzt und geraten den Stärken des Films zum Nachteil. Einzelne Sequenzen überragen deswegen den Gesamteindruck, denn „Harry Potter und der Halbblutprinz“ gibt sich zu keiner Zeit erzählerisch so homogen wie sein Vorgänger, der „Orden des Phönix“, ebenfalls inszeniert von David Yates. Wieder einmal kann man einem Drehbuch von Steve Kloves – der nur den „Orden“ nicht geschrieben hat – den Vorwurf der episodenhaften Überführung des Buches auf die Leinwand machen. Schwerwiegender als dieser qualitative Abfall im Vergleich zum Vorgänger ist der Hang dazu, bei folgenschweren Ereignissen in der Handlung auf die große Dramatik oder auch nur weitreichende Gefühlsäußerungen zu verzichten. Gut kommt der Film ohne den pathetischen Ausklang der Vorlage aus, doch bleibt in Hinsicht auf die Entwicklungen in „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ zu fragen, ob dem Auserwählten im Finale Wut, Zorn und Hass nicht etwas besser gestanden hätten als die unentschlossene Apathie, welche Kloves dem Helden angedeihen lässt. Harry ist zwar kein Kind mehr, aber noch immer keine vielschichtige Figur.

Ein vorwiegend inhaltsarmes Übergangsbuch war der „Halbblutprinz“ zum Leidwesen der Leser. Mit Blick auf das nun bekannte Finale der Serie haben sich die Filmemacher nicht dazu durchringen können, eine zumindest ansatzweise abgerundete Geschichte zu erzählen. Ein Übergangsfilm ist im selben Maße der filmische Halbblutprinz  geworden, der sich trotz vieler löblicher Kürzungen den abschließenden Paukenschlag versagt und den Zuschauer damit unsicher in die  zweiteiligen „Heiligtümer des Todes“ entlässt. Damit ist Harry Potter und der Halbblutprinz zwar vielschichtiger und unterhaltsamer als die meisten Fließbandblockbuster dieses Jahres; doch noch immer wartet man auf den Potter-Film, der auch nur im Entferntesten die Aussicht auf den zukünftigen Status als moderner Klassiker in sich birgt, vergebens.

Nummer 5 oder 3? Ein neuer Potter Trailer eben!

Bei den ganzen Trailern für den sechsten Teil der Reihe nach den Bestsellern von J.K. Rowling den Überblick zu behalten, fällt mir fast so schwer, wie nach vier Trailerposts zum Film noch einen einfallsreichen Einführungstext aus dem Hut zu zaubern. An dieser Stelle soll der Hinweis genügen, dass Harry Potter und der Halbblutprinz am 16. Juli in den deutschen Kinos startet.

(via)

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Trailer 2: Harry Potter und der Halbblutprinz

Bis zum 16. Juli, dem hoffentlich endgültigen Starttermin von Harry Potter und der Halbblutprinz, müssen die Potter-Fans weltweit natürlich einer entspannenden Beschäftigungstherapie unterzogen werden. Neben dem wiederholten Lesen des siebten Bandes – auf das der endlich gut werde – und der verzweifelten Hoffnung auf einen guten Fantasy-Ersatz im Winter, ist Warner Bros. verantwortlich dafür, die einigermaßen wütende Fanbase nach der Verschiebung des Starttermins zu beruhigen.

Schon jetzt wurde jedenfalls ein neuer Teaser-Trailer veröffentlicht, damit es nicht zu Barrikadenkämpfen und Boykotten kommt.

Sogar der Halbblutprinz selbst ist in den eineinhalb Minuten zu sehen. Einfach hier klicken oder unten anschauen. Mal sehen, wie der Trailer im Kino wirkt. Oft genug wird er ja bis zum Juli 2009 zu sehen sein…

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Zum Weitersehen:
Der erste Teaser von „Harry Potter und der Halbblutprinz“.

Der Halbblutprinz kommt erst im Sommer

HPWenn man heute aus der Wohnung nebenan oder von benachbarten Kollegen im Büro, deren Namen man sich nicht merken kann, ein lautes Stöhnen ertönt, liegt es wohl nicht am neuesten YouPorn-Video. Wie Variety berichtet, wurde nämlich der weltweite Starttermin des sechsten Harry Potter-Abenteuers, Harry Potter und der Halbblutprinz, auf den 17. Juli 2009 verlegt. Ursprünglich war für Deutschland der 20.11. diesen Jahres vorgesehen gewesen.

Normalerweise sind schlecht verlaufende Testscreenings, daraus resultierende Nachdrehs und ähnliche Symptome von Produktionsschwierigkeiten für verschobene Starttermine verantwortlich.

In diesem Fall handelt es sich jedoch um die Spätfolgen des Streiks der Drehbuchautoren. Der hat dazu geführt, dass es Warner  Bros. für die Blockbustersaison im Sommer 2009 an Filmen mangelt. An Verzögerungen in der Post-Production liegt es also nicht.

Die Kinostarts der zwei letzten Filme der Reihe, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil I + II (Herbst 2010 und Sommer 2011), sind davon nicht betroffen.

Insgesamt ist die Pause zwischen dem „Orden des Phönix“, der auch im Sommer startete, und dem Halbblutprinzen auf zwei Jahre angestiegen. Und das ohne ein neues Buch, um die Zeit zu vertreiben. Wie soll ein Fan das nur überstehen?