gelb! #5 [Defloration]

Ich kann nicht behaupten, dass Metal zu meinen liebsten Musikrichtungen gehört, aber gerade deswegen ist eine Rubrik wie gelb! so abwechslungsreich. Nachdem wir in den letzten Folgen zwei Indie-Bands, einen Bildhauer und einen Dirigenten der Jenaer Philharmonie porträtiert haben, ist nun eben brachialer Death Metal dran. Defloration heißt die sympathische Band, die 2001 in Jena gegründet wurde und in der Nähe von Pößneck ein altes Bahnhofsgebäude zum Proberaum umfunktioniert hat. Diesen Drehort haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen, also besuchten wir die Band in dem Kaff im Thüringer Hinterland an einem verschneiten Sonntag im Dezember letzten Jahres.

Freundlich wie sie sind, haben uns die Musiker am Bahnhof in Pößneck empfangen und zur Location kutschiert. Dort hieß es dann, gegen das abflauende nachmittägliche Sonnenlicht und die dunkle Wolkenwand am Horizont anzumoderieren, was Norman und Marcus prima hinbekommen haben. Mehr wird nicht verraten, also seht selbst:

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gelb! #4 [Nicholas Milton]

Verkehrt man in den studentennahen Orten Jenas, liegt einem womöglich schon bald der Eindruck auf der Zunge (ist das physisch möglich?), dass in unserem Studentenparadies nur Indiemucke mit Elektronik-Anteilen, Indiemucke ohne Elektronik-Anteile und Elektronische Musik dargeboten wird. Sicher, die ein oder andere Metaltheke wird zelebriert und der Jazzfrühling ist auch nicht zu verachten. Aber gelb! – das sei hier zugegeben – hat in den letzten Folgen eben jenes Klischee leider bestätigt. Die Indieband lost.minds haben wir vorgestellt und die Indieband The New Economy (beide mit Elektronikanteilen), aber es gibt mehr in der Jenaer Musikwelt. Vielleicht nicht viel mehr, aber eben mehr.

Zu diesem MEHR gehört jedenfalls die Philharmonie. Jena hat kein prachtvolles Theater wie Weimar oder Gera, auch keine Oper wie die Landeshauptstadt. Aber immerhin eine Philharmonie. Deren Generalmusikdirektor ist der extrem sympathische Australier Nicholas Milton, den wir für die vierte Folge von gelb! im Volkshaus besucht haben.

Wer sich nach Ansicht der Folge wundert, dass Mr. Milton so selten in action zu sehen ist, dem entgegne ich nur ein Wort: Termine. C’est tout. Viel Spaß beim Anschauen!

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gelb! #3 [lost.minds]

Um es gleich vorweg zu sagen: der Rosenkeller in Jena  hat schon etwas von einer Albtraum-Location für jeden Dreh. Seinem Namen gerecht werdend (dem „Keller“, nicht der „Rose“) ist der „Club“ eng, dunkel, laut und wenn man betrunken ist, wird das dann urig oder authentisch genannt. Ist man nicht betüdelt – was vor und hinter der Kamera von Vorteil sein kann – erweist sich die Rose ästhetisch (visuell und akustisch) gesehen als schwarzes Loch. Besonders wenn man, von einem Studentensender kommend, kein Geld für Lichtkoffer, geschweige denn Scheinwerfer hat. Aber letztere hätten sowieso nicht in den kleinen, spärlich beleuchteten VIP-Raum gepasst, den wir für unser Interview nutzen durften/mussten.

gelb! hat es sich also wie immer zur Aufgabe gemacht, Künstler aus Jena und Umgebung vorzustellen und in der dritten Folge ist die Indietronic-Band lost.minds Aufhänger unserer kleinen Rubrik bei Campus TV Jena. Da die Band an jenem Montag  in jenem Ur-Jenaer Etablissement auftrat, haben wir das zum Anlass genommen, die auch bei Beschaffung von Lichtquellen extrem hilfsbereiten Musiker vor, während und nach Ende des Konzerts zu begleiten. Dass man also in den folgenden Bildern überhaupt etwas erkennt, verdanken wir u.a. den lost.minds und der Band Standek, die uns eine Lampe gespendet haben. Soviel zum Lokalkolorit.

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gelb! #2 [Stephan Wengler]

Mit fast einer Woche Verspätung gibt’s die neue Folge von gelb!, meiner freizeitlichen Beschäftigungstherapie bei Campus TV Jena. In gelb! werden Jenaer Künstler vorgestellt und nach der Indie-Band The New Economy haben wir für die zweite Ausgabe einen Ausflug in das Atelier des Bildhauers Stephan Wengler unternommen. Der Ort an sich hätte schon genügend Bildmaterial für eine zweistündige Doku ermöglicht, weshalb er dann auch zu einem Schlaraffenland für meine Wenigkeit hinter der Kamera geworden ist.  Die üblichen Podiumsdiskussionen und Bachelorberichte sind schließlich nicht gerade der feuchte Traum selbstverliebter Kamerafrauen und -männer.

Nachdem wir den Termin bereits einmal wegen Regens verschieben mussten, bot dann jeder noch so winzige Sonnenstrahl Anlass zu Freudentänzen und musste sofort filmisch ausgenutzt werden. Dass jedoch nicht der Dreh, sondern der Schnitt die eigentliche Herausforderung sein würde, hatten wir zu diesem Zeitpunkt wohl noch nicht geahnt. Vor- und Abspann waren schließlich schon für die letzte Folge fertig geschnitten. Doch nichts da! Erst galt es, dafür neue Musik zu finden, weil Jena TV seit kurzem ohne GEMA-Gebühr auskommt (was man leider auch hört), dann musste das Ganze (inkl. der s/w/gelb -Effekte) neu geschnitten werden, denn „asymmetrische Kommunikation“ innerhalb der Redaktion hatte dazu geführt, dass das Schnittprojekt gelöscht worden war.

Nicht nur eine neue Folge ist hier also zu finden, sondern als kostenloses Sonderangebot noch neue Credits inkl. neuer Gema-freier Musik gesponsert vom mysteriösen Musikmaestro pbmr. Gelb! ist jetzt übrigens auch bei MySpace zu finden.

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gelb! #1 [The New Economy]

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Wer sich schon mal auf diese Seite verirrt hat, wird vielleicht erkannt haben, dass ich auch ein Leben jenseits dieses kleinen Blogs hier führe. Ein Leben erfüllt von kryptischen Filmtheorien, der Rolle Kanadas im Zeiten Weltkrieg und dem Meister-Schüler-Verhältnis in chinesischen Religionen. Höchst spannende Studienthemen, die mir später mal eine glänzende Karriere als Wikipedia-Klugscheißerin ermöglichen werden. Doch Studium, Nebenjob und Blog sind natürlich nicht alles. Der Magister von heute hat ja im Gegensatz zu den zu bedauernden Bachelors und Bacheloretten noch Zeit, seine intellektuellen Energien in extracurricular activities abzuleiten. Da werden dann also Hochschulgruppen und Fachschaftsräte unsicher gemacht und ich bin da keine Ausnahme.

Eine meiner diversen Beschäftigungstherapien heißt Campus TV Jena, eine Sendung auf unserem lokalen Privatsender, bei der ich seit zwei Jahren meine Fähigkeiten im Stativ-Auf-und-Abbauen und mögliche Foltertechniken mit Adobe Premiere Pro verfeinere. CTV besteht aber nicht nur aus Berichten über aktuelle Ereignisse, die niemanden interessieren, der das UHG nicht von der CZS unterscheiden kann, sondern auch aus wiederkehrenden Rubriken mit einem kulturellen Fokus. Nachdem unsere letzte (Über Druck) ausgelaufen ist, musste etwas neues her und das heißt „gelb!“.

In gelb! werden Künstler und ihre Kunst vorgestellt. Ersonnen wurde das Ganze von Norman (Musikkritiker bei Nobono) und mir in einem quälenden Brainstorming-Verfahren, zu dessen Nebenwirkungen anscheinend Nonsense-Rubrikentitel gehören. Dazu kam wenig später die Erkenntnis, dass Vor- und Abspannkonzepte einem am besten auf dem Weg zur Arbeit einfallen und dunkle Wolken immer dann aufziehen, wenn man irgendwo in der Jenaer Pampa steht und gerade auf den Record-Knopf drückt.

Das alles hat natürlich nicht wirklich viel mit Filmen zu tun. Aber da ich nicht wie gewisse andere Blogs über Fußball schreiben kann oder will, weil mir mein Faible für diese Sportart irgendwann im letzten Jahrhundert abhanden gekommen ist, muss eben etwas Lokalkolorit die Posts füllen. Los geht’s mit der Indie-Band The New Economy:

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