Lost in Space (USA 1998)

Wenn die Filmografie eines Regisseurs einen Film wie A Nightmare on Elm Street 5 enthält, mag man glauben, dass dieser Tiefpunkt einer jeden Karriere in seiner Qualitätslosigkeit gar nicht mehr zu toppen ist.

Falsch gedacht! Gebt dem Mann 80 Mio. Dollar, den rudimentären Plot einer TV-Serie aus den 60ern und zwei hochkarätige Schauspieler und er schafft es, einen der miesesten Sci-Fi-Filme der letzten Jahre daraus zu basteln. Der „Plot“ dreht sich um die Familie Robinson, die sich auf den Weg macht, die Welt zu retten, in dem sie sich per Raumschiff auf eine zehnjährige Reise zu einem fremden Planeten macht. Leider hat sich der böse Dr. Smith (Gary Oldman) auf das Raumschiff verirrt, um böse Zeilen, wie „Evil knows evil“ und „Never fear, Smith is here“ von sich zu geben.

Kein Wunder, dass der Schiffsroboter alle umbringen will…

Wem es nach dem Namen des unglaublich kreativen Drehbuchautors lechzt, dem sei gesagt, dass es sich um Akiva Goldsman handelt, der verantwortlich für ein anderes Meisterwerk der späten Neunziger zeichnete: Joel Schumachers Batman and Robin.

Bei einer solchen Konzentration künstlerischen Könnens darf es einen nicht verwundern, dass neben Heather Graham und Matt LeBlanc mit William Hurt und Gary Oldman auch richtige Schauspieler am Set anwesend waren. Hurts Mimik im Angesicht beige-düsterer special effects variiert zwischen „verbissen“ und „angestrengt“. Vielleicht war ja sein Scheck noch nicht eingetroffen. Vielleicht erinnerte er sich aber auch an den unheilvollen Moment, als er für zwei (zu unserem Glück nicht realisierte) Fortsetzungen für dieses Machwerk unterschrieb.

Gary Oldman ist das Highlight dieses Films, knapp vor dem nervigen Chamälionaffen namens Blarb. Nach abwechslungsreichen Rollen in True Romance, Léon, Das Fünfte Element und Air Force One dachte er wohl an einen Imagewechsel, als er die Rolle des Bösewichts in Lost in Space annahm.

Oder er dachte an gar nichts, was angesichts des Migräneanfälle hervorrufenden Endprodukts wahrscheinlicher ist. Das verführerische Wort typecast liegt einem hier auf der Zunge, wenn man sein wohl aus zuviel Kaffeekonsum resultierendes overacting betrachtet. Vielleicht wollte er auch nur einmal in seinem Leben die folgenden zwei Sätze flüstern: „I am a god. Within these eggsacks lives a monster race of spiders.

Etwas nützliches habe ich durch diesen Film jedoch gelernt:

Ist mein Raumschiff jemals unfähig, einen sich auf meine körperliche Gesundheit womöglich negativ auswirkenden Himmelkörper zu verlassen, so fliege ich es einfach durch ihn hindurch und all meine Probleme sind gelöst.

6 Antworten auf „Lost in Space (USA 1998)“

  1. Plan 9 ist ja wenigstens zum Totlachen…

    Wenn ich wieder einen Film sehe, der den Titel dieser Rubrik verdient, dann gibt’s auch eine Kritik.

  2. Also die Brüste von Heather Graham haben stellenweise den Film am Leben gehalten. Ansonsten aber herrlich konfus, besonders diese ganzen Zeitblasen-Ungereimtheiten am Ende. Wenn Doc Brown das sehen könnte, ständen ihm die Haare zu Berge *g*

  3. Tja, der Doc (und nicht nur seine Frisur) ist unschlagbar!
    Für eine Diskussion über Heather Grahams Brüste bin ich allerdings die falsche Ansprechpartnerin. ;)

  4. Das kann ich so unterschreiben, eine filmische pseudo-Science-Fiction Katastrophe, die niemand braucht. Einzig und allein Gary Oldman hat noch ein klein wenig herausgerissen, aber sonst: Naja…

    Ich greif auch die Frage nochmal auf: Kommen da noch weitere Filme? Interessant wäre es nämlich allemal… :)

  5. Der ein oder andere Film wird sicher noch eine Kritik in dieser Kategorie verdienen. Eigentlich hätte schon Saw IV einen Platz hier bekommen sollen.
    Wenn das Interesse so groß ist, werde ich mich natürlich darum bemühen, mal wieder einen richtig schlechten Film durch zu stehen. ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*