Nach 7 Tagen ausgeflittert (USA 2007)

Bedenkt man, dass Ben Stiller einer der komischsten Comedians Amerikas ist und einem gehypten Will Ferrel jederzeit die Schau stehlen könnte, ist seine Rollenwahl doch ziemlich mies. In letzter Zeit konzentriert er sich anscheinend nur noch darauf, „Ben Stiller“ in seinen Filmen zu spielen. So auch in „The Heartbreak Kid“ von den Farrelly-Brüdern.

Der deutsche Titel soll hier aufgrund seiner grausigen Folter unserer Sprache nur einmal genannt werden: „Nach 7 Tagen ausgeflittert„. Welcher unbezahlte Praktikant war dafür verantwortlich? Gibt es schon eine Haftstrafe für schlechte deutsche Filmtitel? Wenn nicht, sollte sie in Erwägung gezogen werden. Ein Präzedenzfall wäre angebracht…

Zurück zum Film: Die Farrellys haben seit There’s Something About Mary (Verrückt nach Mary) keinen ansehnlichen Film mehr gemacht. Das hat sich auch jetzt nicht geändert. Seit Monaten wundere ich mich über das ungeteilte Lob, dass Knocked Up (Beim ersten Mal) erfahren hat. Nun versteh ich es.

Sieht man The Heartbreak Kid, so fällt zuallererst eine Reihe verpasster Chancen auf. Einem Mann in den frühen Vierzigern wird von allen Seiten geraten, er solle sich endlich eine Frau suchen, heiraten, bla, bla, bla. Anstatt das Thema weiter auszubauen, etwas Realismus oder skurile Nebencharaktere einzubringen (wie in – Überraschung! – Knocked Up), dient das ganze den Farrallys nur als Aufhänger, um den Mann mit einer quasi-Psychopathin zu verheiraten, so dass viele lustige Situationen entstehen und er seine Traumfrau treffen kann. Bis der Mann endlich verheiratet ist, passiert so gut wie gar nichts hinsichtlich der wichtigsten Eigenschaft des Films: Der Komik.

Es folgt die Hochzeit, ein paar Gags um Nasenscheidenwände und andere berauschende Themen und die Ehefrau – die verdächtig an Cameron Diaz erinnert – entpuppt sich als „Psychopatin“ mit lauter seltsamen Macken. Hier folgt wieder eine verpasste Chance. Anstatt sich Gedanken darüber zu machen, was man in einer Beziehung an seltsamen Eigenschaften des Partners nun einmal erträgt und was nicht, gehen die Farrallys gleich zur langweilig perfekten Alternative über. Spätestens dann geht’s geradewegs bergab.

All das wird gespickt mit ihrem typischen, diesmal leider kaum zündenden, Fäkalhumor, einem gelangweilten Jerry Stiller und einer seltsam klischeehaften Darstellung von Mexiko, die fast schon wieder ernst gemeint scheint.

Gähn…

5 Antworten auf „Nach 7 Tagen ausgeflittert (USA 2007)“

  1. Ich hab schon gute Gründe, warum ich es vermieden habe, diesen Film zu sehen. Aber who the fuck ist Jerry Stiller? Bens kleiner Bruder? Und „Ich Beide und sie“ kam nach „Verrückt nach Mary“ und den fand ich auch ganz passabel…

  2. jerry stiller ist der vater von ben, bekannt aus der serie king of queens (die du kennen würdest, wenn du serien gucken würdest ;) )

    ich, beide & sie fand ich größtenteils unerträglich, weil die charaktere nicht so sympathisch waren, wie die in verrückt nach mary und der humor wirklich auf aller unterster stufe rangierte.

  3. Von dem notgeilen Vater hab ich schon gehört. Und Humor niederen Niveaus kennen wir ja schon aus „Der Glücksbringer“, der aber schon wieder so doof war, dass er fast lustig war.

  4. Lustig, dass du das mit Cameron Diaz anmerkst! Da ich mir den Trailer nämlich nie genau angesehen habe war ich immer der Meinung sie würde diese Rolle spielen.

    Ich muss zu dem Film im Allgemeinen sagen ,dass mir diese seichten amerikanischen Komödien sowieso nicht gefallen von daher habe ich nie erwartet, dass der gut ist!

  5. Jaja, die seichten Komödien aus Amerika sind auch nicht mein Ding. Was tut man nicht alles für einen Weiberabend… ;)

    Ein paar mehr Witze hätte ich mir von dem Film dennoch erwartet, gerade wegen Ben Stiller.

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