Sprachbarrieren und Schreie der Entrüstung

Meine klaren Favoriten für die Oscarkategorie „Bester fremdsprachiger Film“ waren bis vor etwa 7 Minuten „Persepolis“ (den ich heut Abend sehen werde), „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ (der letztes Jahr die Goldene Palme in Cannes gewonnen hat) und „Gefahr und Begierde“ von Ang Lee.

Denkste!

Ein aktueller Artikel der Washington Post beschreibt den derzeitigen Aufschrei über die engere Auswahlliste der Academy in dieser Kategorie.

Besagte drei Filme tauchen nämlich dort gar nicht auf, was die ganze Kategorie zumindest für mich einigermaßen uninteressant macht.

Wer seinen sowieso schon hauchdünnen Glauben an die Gerechtigkeit der Oscars weiter unterminieren will, sollte sich den Artikel unbedingt durchlesen, um zu erfahren, wie die Nominierungen zustande kommen und was die Freizeit von Rentnern damit zu tun hat.

5 Antworten auf „Sprachbarrieren und Schreie der Entrüstung“

  1. Ähm habe ich das jetzt richtig verstanden, dass das Komitee Leute in die Filme geschickt hat, damit die dann entscheiden welche Filme auf die shortlist kommen? Und das diese Personen keine wirklichen Experten waren? (mein Englisch ist nicht so gut ich glaube ich habe nicht alles verstanden :0()

  2. Die Mitglieder des Komitees müssen aus allen zur Auswahl stehenden Filmen eine Vorauswahl treffen.
    Die Filme können sie aber nicht daheim sehen, sondern nur bei Screenings.
    D.h. das Kommittee braucht Leute, die genug Zeit haben, um einen Haufen Filme bei irgendwelchen offiziellen Screenings zu gucken.

    Ein arbeitendes Komiteemitglied hat für die Anfahrt, die verschiedenen Screeningtermine und die Anzahl der Filme nicht genug Zeit.
    Also besteht das Komitee am Ende vorwiegend aus Rentnern mit viel Freizeit, die entsprechend ihres Alters eher konservative Meinungen vertreten, was die Filmkunst im Allgemeinen betrifft.

    Der Reformversuch, auch aktivere Mitglieder an der Entscheidung zu beteiligen hat dieses Jahr anscheinend auch nichts gebracht.

    Daneben gibt’s noch Probleme mit den Formalien, z.B. den Prozentsatz, den die Fremdsprache im Film einnimmt usw.

    Der Nominierungsprozess sieht wie ein einziges bürokratisches Monster aus. Man muss sich sowieso fragen, warum diese Kategorie nach der Sprache geht und nicht nach dem offiziellen Produktionsland.

  3. Ach so ist das. Danke!

    Ist ja ziemlich schade in Anbetracht der Tatsache, dass die Nominierug so nicht wirklich gerecht abläuft! :0(

  4. Tja, bei den Oscars läuft nicht wirklich irgendwas gerecht ab. Dafür kann so ein Preis einiges an Aufmerksamkeit für kleinere Produktionen bringen und die Verleihung an sich find ich trotz allem noch sehr unterhaltsam. Hast du schon mal eine gesehen?

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