Frame: Triffst du nur das Zauberwort

Immersiv ist der Blick über die Schulter, denn die Figuren im Vordergrund bilden nur Silhouetten, welche jeder Zuschauer mit seinem subjektiven Blick füllen kann. Romantisch ist auch das Sujet der Einstellung. Die mittelalterliche Burg wird innerhalb der geheimnisvoll düsteren Natur mystifiziert und thront voll melancholischer Erhabenheit in der Ferne. Sie ist Ort der Sehnsucht, eine Parallelwelt in sich, nur für wenige sichtbar; in diesem Moment Projektion einer möglichen Heimat und Spiegelung des Wunsches nach dem Zuhause, das unserem Held nach nur einem Jahr auf der Welt entrissen wurde.

Es ist der Blick auf die von Magie erfüllte Natur, welchen Harry und Hermine hier teilen. Wie zwei Besucher einer Ausstellung, die kontemplativ ein Gemälde bestaunen. Oder wie zwei Zuschauer im Kinosaal.

Frame: Harry Potter und der Gefangene von Askaban (USA/GB 2004); Regie: Alfonso Cuarón


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Caspar David Friedrich: „Mann und Frau in Betrachtung des Mondes“ (Öl auf Leinwand, 1830-35)

Joseph Freiherr von Eichendorff: „Wünschelrute“ (1835)

2 Antworten auf „Frame: Triffst du nur das Zauberwort“

  1. „Wie zwei Besucher einer Ausstellung, die kontemplativ ein Gemälde bestaunen. Oder wie zwei Zuschauer im Kinosaal.“

    Kann es sein, dass du dich in diesen zwei Sätzen von einigen Gedanken meines größen, bösen m. hast inspirieren lassen hinsichtlich „La Antena“ und einigen Ausführungen zum dir verhassten Walter B.? Wenn ja: du Diebin! ;-)

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