Videoessay: Jim Emerson seziert The Dark Knight

Als nützliche Ergänzung zu jenem Post über den Niedergang des Actionkinos gibt es hier einen neuen Videoessay von Jim Emerson, der für PressPlay eine Actionsequenz aus The Dark Knight auseinander genommen hat. Man könnte anführen, dass Emerson etwas zu genau vorgeht und unnötig kleinlich ist, aber ich finde den Clip schon allein deswegen sehr reizvoll, weil er detailliert aufzeigt, wie die Action aufgebaut ist, welche Regeln aus dem Handbuch der Filmemacherei gebrochen werden und wie sie funktioniert bzw. nicht funktioniert. Das Zitat von Scorsese erscheint in diesem Kontext jedoch wie ein Schuss in den eigenen Fuß. Sehenswert ist das Video aber allemal.

Bei Emersons empfehlenswertem Blog Scanners ist die Diskussion derweil im vollen Gange. Dort hat sich Jim Emerson in den vergangenen Jahren immer wieder über die Filme von Christopher Nolan geäußert. Zusammengefasst hat er seine Meinung vor einer Weile bei msn.

Der vorliegende Videoessay ist übrigens nur der erste Teil einer geplanten Reihe namens „In the Cut“, die bei PressPlay in regelmäßigen Abständen gepostet werden soll.

 

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Jenny Jecke (31) hat Medienwissenschaften in Jena studiert. 2007 gründete sie das Blog „the gaffer“, um ihre Besserwisserei in Sachen Film auch im Internet auszuleben. Jenny ist bei Twitter zu finden und arbeitet als Redakteurin bei moviepilot.

5 Antworten auf „Videoessay: Jim Emerson seziert The Dark Knight“

  1. Sehr schön. Besonders als er die „Batmobil kolidiert mit Müllwagen“-Szene umschneidet, ist mir klar geworden, dass der Film nicht nur etwas lieblos, mit continuity fehlern voll ist (was mir erstmal nicht so wichtig, wenn auch traurig ist), aber das der Cutter so angestrengt war, diese ganzen Fehler in den Griff zu bekommen und dadurch Szene die sogar sinnvoll geschossen waren, komplett in den Sand setzt. Sehr schön. Jetzt ist mir auch gleich viel klarer worum es ihm geht.

  2. Continuity-Fehler interessieren mich auch nicht besonders, aber es ist schon seltsam, wie ein Regisseur, der so stark in die strukturelle Komplexität verliebt ist (selbst wenn es eine Struktur ist, hinter der sich nichts verbirgt, wie in Inception), so eine Faulheit beim Zusammensetzen seiner kleinsten Bausteine an den Tag legen kann. Aber vielleicht bedingt bei Nolan das eine das andere.

  3. Interessant. Es wird schon offensichtlich, dass Nolan in solchen Sequenzen eher auf Reizüberflutung als auf Plausibilität setzt, und ich muss auch zugeben, dass das gerade auf der großen Leinwand ziemlich gut funktioniert. Trotzdem würde der Film bei mir wohl mittlerweile nicht mehr so gut abschneiden, gerade auch in Hinblick auf die vergeigten letzten ~dreißig Minuten. (Und wahrscheinlich würde ich vieles, was mir bei „Inception“ sauer aufstößt, inzwischen auch in „TDK“ wiederfinden.) Wäre mal einen Versuch wert.

  4. @TheDoctor: Was die Reizüberflutung angeht, ist Nolan nur einer von vielen Regisseuren, der auf diese Methode zurückgreift. Das ist leider die zur Zeit gängige Inszenierungsform in amerikanischen Blockbustern.
    Ich mochte The Dark Knight am Anfang ja auch, aber mit den Jahren ist der wirklich sehr schnell, sehr schecht gealtert. Finde ihn aber immer noch um Längen besser als Inception.

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