Neben Cheang Pou-Sois Motorway ist Drive von Nicolas Winding Refn (Bronson) der zweite Auto-Film der ganz oben auf meiner Liste der heiß erwarteten Filme des Jahres steht. Jetzt gibt es einen zweiminütigen Clip aus “Drive” mit Ryan Gosling als Driver. Der Soundtrack von Cliff Martinez, dazu Gosling, der mir in Genre-Filmen sowieso am besten gefällt… Vorfreude deluxe nennt man das wohl. Nach dem ehrgeizigen “Walhalla Rising” traue ich Nicolas Winding Refn alles zu. “Drive”, in dem u.a. Carey Mulligan und Bryan Cranston mitspielen, läuft im Wettbewerb des diesjährigen Filmfestivals in Cannes.
Trailer: Luc Bessons Colombiana
Das inoffizielle Sequel von “Léon: Der Profi” heißt Colombiana, wird von Luc Besson produziert und von Olivier Megaton (Transporter 3) inszeniert. Da Besson mit seinen EuropaCorps-Filmen schon ein paar interessante Actionregisseure wie Louis Leterrier und Pierre Morel entdeckt hat, bin ich neugierig darauf, was Megaton mit dem sicherlich größeren Budget anstellt. Zoe Saldana wirkt hier auch etwas engagierter als etwa Liam Neeson in “Taken”. Abwarten und Teetassen zerschlagen.
Bei Yahoo gibt es den Trailer ebenfalls.
Ansehnliches Artwork für Steven Soderberghs Haywire
Bitte, lieber Steven, beende nicht deine Karriere! Ich weiß, dass du dich langweilst, aber wenn du weg bist, langweilen wir uns noch mehr! Nun denn, das musste mal gesagt werden. Zurück zum Thema. Ende des Jahres kommt ein Doppelschlag aus dem Hause Steven Soderbergh, nämlich der Agententhriller Haywire und der Virenthriller Contagion. Für “Haywire” gibt es jetzt ein paar Posterentwürfe und sonstiges Artwork von Neil Kellerhouse, der schon für das ungewöhnliche Poster von “The Girlfriend Experience” verantwortlich war.
Statt auf einen Pornostar, setzt Steven Soderbergh für Haywire auf die MMA-Kämpferin Gina Carano in der Hauptrolle. Ewan McGregor, Michael Douglas, Michael Fassbender und Channing Tatum stehen ebenfalls in der Castliste. Das Drehbuch von “Haywire” hat übrigens Lem Dobbs geschrieben, der schon bei “The Limey” mit Soderbergh zusammen gearbeitet hat. Seine größte Stunde ist zweifellos der Audiokommentar für “The Limey”, in dem er dem Regisseur ein ums andere Mal vorhält, was er alles an dem Drehbuch geändert hat. Köstlich.
Einfach auf die Bilder klicken und in groß anschauen.
(via The Playlist)








Geilo! Der erste Trailer für Harry Potter 7.2
Der erste Trailer für Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 ist da. Reicht das? Alles deutet darauf hin, dass Harry Potter 7.2 dem Campingausflug des Vorgänger viel Action und bum bum entegensetzt. Mir soll’s recht sein, solange Drehbuchautor Steve Kloves nicht Snapes Auftritt versaut, was leider recht wahrscheinlich ist. Der erste Trailer sieht jedenfalls so richtig gut aus. Behaltet ihr eure Comicverfilmungen, mein Highlight des Jahres bleibt die Schlacht um Hogwarts.
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Fast & Furious Five (USA 2011)
Welches Franchise erreicht erst beim fünften Teil seinen Höhepunkt? Die “Fast and Furious”-Reihe zeigt uns, wie genau das gemacht wird. Nach den erfolgreichen Anfängen von Rob Cohen und John Singleton schien sie tot zu sein und niemand war in Trauerstimmung. Vin Diesel, der große Star der Serie – das macht uns auch Fast & Furious Five klar – war viel zu sehr damit beschäftigt, seine drei potenziellen Franchises in den Boden zu rammen (Riddick, F&F, xXx). Allein mit Paul Walker hätte die Reihe ebenso gut ins Direct to DVD-Land verschwinden können. Dann war da “Tokyo Drift”, der, mal abgesehen von einem Cameo, ohne die Stars der Vorgänger auskam. “Toyko Drift”, inszeniert von einem Indie-Regisseur namens Justin Lin, reduzierte die Serie auf ihren größten Schauwert (die Autos) und zeigte den untreuen Stars mit dem sich anschließenden Einspielergebnis einen deutlich sichtbaren Mittelfinger. Selbst ohne zugkräftige oder auch nur charismatische Hauptdarsteller rettete der Film sein Studio Universal davor, in den roten Zahlen zu landen. Driftende Autos an exotischen Schauplätzen hieß die Devise und sie ging so erfolgreich auf, dass die beiden verlorenen Söhne Paul Walker und Vin Diesel für den vierten Teil “Fast & Furious” zurückkehrten. Deswegen ist “Fast & Furious Five” eigentlich der rechtmäßig dritte Teil in einem Franchise, das zwischendurch sein vermeintliches Zentrum verloren hat. Andererseits kann man sagen, Fast & Furious Five sei der dritte Teil einer Reihe, die erst bei “Tokyo Drift” und unter der Regie von Justin Lin richtig an Fahrt aufgenommen hat. Mir gefällt letztere Deutung am besten, Fans der Figuren werden es wohl anders sehen.
Wie auch immer, der faktisch fünfte Auftritt der Autofetischshow ist der ultimative Fast & Furious-Film, der alle möglichen Teilnehmer der vorherigen Beiträge wieder vor der Kamera vereint sowie alles zuvor gesehene durch seinen unglaublichen Klimax in den Schatten stellt. Doch erst einmal zu den Formalitäten: Dominic (Vin Diesel) und Brian (Paul Walker) landen in Rio de Janeiro, wo sie die Einwohner der örtlichen Favelas von einem total fiesen Geschäftsmann befreien und dabei einen Haufen Kohle machen wollen. Doch der Special-Irgendwas Hobbs (Dwayne ‘The Rock’ Johnson) hat etwas dagegen und will Dom einbuchten. Dazwischen: Pläne, die Ocean’s Eleven alle Ehre machen würden, coole Sprüche von The Rock und Autos, Autos, Autos. In Sachen Objektliebe im Actionkino wandelt die ganze Reihe auf Pfaden des B-Films der 70er Jahre, in Sachen Körperlichkeit wehen die 80er durch die Wellblechhütten. Muskelbepackte Helden, wo man nur hinschaut und wem Vin Diesels Bizeps schon immer zu klein war, der bekommt diesmal Dwayne Johnson im Muskelshirt mit seinen ebenfalls aufgepumpten Kollegen von der amerikanischen Ordnungsmacht zu sehen. Vierrädrige Prachtkarren und eine altmodische Hypermaskulinität sind das Motto von Fast & Furious Five, der sich wie ein pickeliger Teenager einen Spaß daraus macht, dass ein wichtiger Handabdruck der Zielperson auf einem Bikinislip zu finden ist. Wie ist der da bloß hingekommen?
Der Multi-Kulti-Ocean’s Fourteen ist eine einzige Absage an alles, was im Mainstream-Kino ernst und nur irgendwie eines Subtextes verdächtig erscheint. Es ist der Jason Statham-Film, den Jason Statham nie gedreht hat. Das Spektakel sind die Körper und die Autos, keine gebrochene Seele, nirgends. Justin Lin ist der richtige Mann, um die Zuschauer mit den dürftigen Zutaten zu fesseln. Mit einem weniger kompetenten Regisseur hinter der Kamera, einem vielleicht, der noch mehr aus der Story (who cares?) herausholen wollte als notwendig, wäre Fast & Furious Five wahrscheinlich zum überladenen Langweiler geworden. Stattdessen weiß Justin Lin ganz genau, worauf es ankommt. Er wusste das schon zu “Tokyo Drift”-Zeiten: Set Pieces zusammengehalten durch Hubschrauber-Aufnahmen von Großstädten und amüsanten, aber bloß nicht zu gehaltvollen Dialogen. Die Stars, die ganze Meta-Explosion allein bei der Idee, das Vin Diesel gegen The Rock antritt, sind hübsche Beilagen, welche die Pausen zwischen den Actionszenen erträglich bis unterhaltsam machen. Um Schauspielerei ging es hier noch nie. Doch das Zugpferd bleiben die Schrottberge. Und was für Schrottberge türmt Justin Lin im Laufe des Films auf! Von der ersten Actionsequenz an lautet der stete Untertitel von “Fast & Furious Five”: Yeah, we’re really doing this! Ein Zwinkern angesichts der technischen Großmannssucht ist immer dabei, wenn ein paar Autos aus einem rasenden Zug geklaut oder das Finanzdistrikt von Rio de Janeiro für einen Heist in Schuttberge verwandelt wird. Das Zwinkern ist gerechtfertigt.
Auch wenn die ersten Absätze dieser Kritik es anders erscheinen lassen: Justin Lin hat die Franchise nicht vereinnahmt. Zumindest in seinen Studiofilmen lässt er nicht den Anschein eines Stils erkennen. Einige seiner visuellen Motive könnten ebenso gut aus CSI: Miami stammen. Mehr als das, was gerade im Frame zu sehen ist, sucht man vergeblich. Aber eben diese Frames, die auf einfachste Inhalte reduziert sind – Leute, die reden; Autos, die fahren – werden mit einer filmemacherischen Kompetenz zusammengefügt, die im modernen Actionfilm aus Hollywood Seltenheitswert besitzt. Vor zwanzig Jahren wäre er vielleicht einer von vielen Handwerkern gewesen. In Zeiten von CGI und shaky cams scheint der handfeste Ansatz von Lin und seinem Studio Universal als erfrischende Abwechslung. Fast & Furious Five, so generisch seine Struktur auch ist, hat atemberaubende Set Pieces zu bieten, die uns zur Abwechslung mal nicht in close-ups präsentiert werden. Nicht nur seinen direkten Vorgänger “Fast & Furious” lässt er damit weit hinter sich.
Zum Weiterlesen:
Überblick über die Kritiken bei Filme-Zeit.de
