Breaking News: Michael Sheen ist Blofeld im neuen James Bond-Film

Michael Sheen zerstreut Gerüchte über seinen Auftritt im nächsten James Bond-Abenteuer und zeigt uns in seiner ganzen Overacting-Awesomeness, wie es aussehen würde, wenn er den Bösewicht Blofeld spielen dürfte.

(via)

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Thor (USA 2011)

In Thor von Kenneth Branagh werden die konventionellen Stadien des Superheldendaseins einfach umgedreht. Thor, der Donnergott, muss nicht lernen, wie er mit seinen Kräften im Alltag zurecht kommt, sie sind ihm nicht fremd, sind vielmehr ein Teil von ihm. Stattdessen stellt “Thor” die Heldengenese auf den Kopf, präsentiert uns einen Gott, der erst seiner Kräfte beraubt und unter den Menschen erkennt, was einen Gott (= Superhelden) eigentlich ausmacht. Obwohl Kenneth Branagh so manches Mal an seine Grenzen stößt und dies oft genug freiwillig, obwohl Thor kein perfekter Film ist, sondern von Makeln geradezu gezeichnet, ja obwohl so einige Gründe gegen dieses bunte Epos von Menschen und Göttern und güldenen Himmeln sprechen, ist der neue Streich des Marvel-Universums der im positiven Sinne gewagteste seit Hulk von Ang Lee. An dessen Homogenität und inszenatorische Sicherheit kommt ein Branagh allerdings nicht heran. Es ist wohl kein Zufall, dass Thor nach Hulk der widerspenstigste Marvel-Heroe ist, der seinen Weg auf die Kinoleinwand gefunden hat. Beider Filmabenteuer stehen im Schatten ödipaler Konflikte, erzählen von Vater-Sohn-Beziehungen, in deren Mittelpunkt die Machtfrage als aufzulösender Konflikt steht. Konzentriert sich Ang Lee auf eine ästhetische Auseinandersetzung mit der Comic-Narration, ist Branagh erwartungsgemäß dem klassischen Drama verpflichtet und zeigt die ganze Bandbreite seiner Shakespear’schen Reputation.

Visuell stellt Thor die Vorstellung einer einzigen Welt von Beginn an in Frage. Alles, auch die menschliche Realität, hat eine Kehrseite. Dasselbe gilt für das prunkvolle Himmelreich Asgard, das steril wirkt im Vergleich zum staubigen New Mexico, welches als zweiter Handlungsort eingeführt wird. Da oben bei den Göttern ist alles überladen, erscheint dank der konvertierten 3D-Bilder teilweise wie der Modellbau eines geschmacklosen Kitschfanatikers. Dem gegenüber stellt “Thor” nicht die pulsierende Metropole so vieler anderer Comicfilme, sondern ein einsames Kaff in der Wüste, ein Raum, nicht weniger von der restlichen Welt isoliert als Asgard und damit ein perfektes, dreckig-lebendiges Gegenstück. Der Göttersohn Thor (Chris Hemsworth), der sich selbst überschätzt und andere damit in Gefahr bringt, wird von Odin (Anthony Hopkins) auf die Erde, an diesen trostlosen Ort verbannt, um sich etwas Selbstbeherrschung und göttliche Weisheit anzueignen. Hier kommen wiederum die beiden Kehrseiten von Thor zum Vorschein. Da oben das große Drama um Odin und seinen stets übersehenen zweiten Sohn Loki (Tom Hiddleston), da unten der Göttersohn zum Menschen degradiert, da oben “Hamlet” und “Macbeth”, da unten “Viel Lärm um nichts”.

Dass es Kenneth Branagh gelingt, die beiden vom Ton her völlig unterschiedlichen Handlungsstränge zu einem überzeugenden Endergebnis zusammen zu nähen, ist wahrscheinlich sein größter Verdienst. Zwischen der großen Vater-Sohn- und Bruder-Bruder-Tragödie sowie dem Slapstick eines Gottes auf Erden hin und her zu springen, ohne den ganzen Film in der kinematografischen Luft zu zerreißen, ist eine Leistung, die einem selbst diverse seltsame Entscheidungen der Regie übersehen lässt. Da ist etwa das stellenweise aufblitzende Unvermögen, in den für dieses Genre so wichtigen Actionsequenzen räumliche Orientierung zu schaffen. Zum anderen ist “Thor” völlig am 3D-Effekt vorbei inszeniert, was zuweilen zu verstärkter Desorientierung führt, sobald die Kamera etwas dynamischer agiert. Auffälliger ist Kenneth Branaghs Regie-Manierismus der schiefen Winkel, welcher auf Dauer die Nerven strapaziert. Der Einsatz von schiefen Establishing Shots für die psychologisch hochdramatische Götterwelt Asgard erscheint stimmig im Hinblick auf die kammerspielartigen Kabalen, mutiert bei einer diesseitigen, gemütlichen Kleinstadt dagegen zum aufgesetzten Stilmittel.

Freilich überzeugt Thor als ein Film der positiven Überraschungen. Dazu gehört eine geschmeidige Integration des S.H.I.E.L.D.-Subplots, wie sie Iron Man 2 richtig gut getan hätte. Hauptdarsteller Chris Hemsworth ist nicht der von vielen befürchtete charismalose Muskelprotz, auch wenn seine Physis einschüchtert. Er meistert den Slapstick, die Romantik (mit Natalie Portman als Natalie Portman), das Drama, die Action sowieso. Ein wahrer Schatz des Götterhimmels bleibt Tom Hiddleston als Loki, das fragile, das windige, aber nicht flache Gegenstück des aufgepumpten, arroganten Thor, der sich schon jetzt über einen Platz unter den besten Widersachern der Superheldenfilme freuen darf, gerade weil er kein eindeutiger Bösewicht ist, zeitweilig als verdienterer Erbe des Götterthrons um unsere Sympathien wirbt. Die Arbeit mit den Schauspielern zeugt von Kenneth Branaghs Erfahrung mit Ensembles. “Thor” glänzt mit Namen wie Stellan Skarsgard, Idris Elba und Tadanobu Asano im Cast. Nicht alle erhalten genügend Zeit, um sich zu entfalten, gleichwohl sind sie unschätzbare Mosaiksteine in der Erschaffung des neuen Universums, die – einmal zusammengefügt – Lust auf mehr machen. Die Vater-Sohn-, die Liebes- und die Brüdergeschichte jongliert Thor, ohne jemals vor Überforderung in sich zusammen zu brechen. Selbst dem altbacken wirkenden Vokabular Asgards gelingt es nicht, diese Comicverfilmung ins Joch der unfreiwilligen Komik zu zwingen. Wider Erwarten hat Kenneth Branagh ein gutes, durchweg unterhaltsames Superheldenabenteuer gedreht. Da müssen “The Amazing Spider-Man” und “X-Men: Erste Entscheidung” erst einmal nachlegen.


Zum Weiterlesen:
Überblick über die Kritiken bei Film-Zeit.de

Allons-y! 47 Jahre Doctor Who in sechs Minuten

Als Neuling ist das Doctor Who-Universum nur schwer zu überlicken. Begriffe wie TARDIS, Torchwood und UNIT wirken am Anfang wie Vokabeln einer fremden Sprache. Wenn man dann mit dem neunten Doctor (Christopher Eccleston) und der ersten Serie der wiederbelebten BBC-Legende aus dem Jahr 2005 seine Reise beginnt, ist man von all den exzentrischen Time Lord-Versionen, die davor kamen, im Zweifelsfalle völlig erschlagen. Seit November 1963 läuft die britische Serie und der folgende Clip von den Fine Brüdern gibt allen Einsteigern eine fixe Zusammenfassung der bisherigen elf  Inkarnationen des Doctors und seiner Abenteuer in den letzten 47 Jahren. In ein paar Tagen startet passenderweise die neue Serie von Doctor Who bei der BBC, die Matt Smith mal wieder mit seiner extrem coolen Fliege zeigt, auch wenn mein persönlicher Favorit Overacting-Maestro David Tennant bleibt.

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Cannes 2011: Wettbewerb & Un Certain Regard

Soeben wurde das Gros der Filme bekanntgegeben, die bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes im und außerhalb des Wettbewerbs laufen.

Das Programm sieht folgendermaßen aus:

IM WETTBEWERB
* The Skin I Live In (dir. Pedro Almodovar)
* L’Apollonide – Souvenirs de la maison close (dir. Bertrand Bonello)
* Hearat Shulayim (Footnote) (dir. Joseph Cedar)
* Pater (dir. Alain Cavalier)
* Bir Zamanlar Anadolu’da (Once Upon a Time in Anatolia) (dir. Nuri Bilge Ceylan)
* Le gamin au vélo (dir. Jean-Pierre and Luc Dardenne)
* Le Havre (dir. Aki Kaurismäki)
* Hanezu no Tsuki (dir. Naomi Kawase)
* Sleeping Beauty (dir. Julia Leigh)
* Polisse (dir. Maïwenn)
* The Tree of Life (dir. Terrence Malick)
* La source des femmes (dir. Radu Mihaileanu)
* Ishimei (Hara-Kiri: Death of a Samurai) (dir. Takashi Miike)
* Habemus Papam (dir. Nanni Moretti)
* We Need to Talk about Kevin (dir. Lynne Ramsay)
* Melancholia (dir. Lars Von Trier)
* Drive (dir. Nicolas Winding Refn)
UN CERTAIN REGARD
* Restless (dir. Gus Van Sant)
* Martha Marcy May Marlene (dir. Sean Durkin)
* The Hunter (dir. Bakur Bakuradze)
* Halt auf freier Strecke (dir. Andreas Dresen)
* Hors Satan (dir. Bruno Dumont)
* Les neiges du Kilimandjaro (dir. Robert Guédiguian)
* Skoonheid (dir. Oliver Hermanus)
* The Day He Arrives (dir. Hong Sang-soo)
* Hong Sangsoo (dir. Cristián Jiménez)
* Tatsumi (dir. Eric Khoo)
* Arirang (dir. Kim Ki-duk)
* Et maintenant on va où? (dir. Nadine Labaki)
* Loverboy (dir. Catalin Mitulescu)
* Yellow Sea (dir. Na Hong-jin)
* Miss Bala (dir. Gerardo Naranjo)
* Trabalhar cansa (Travailler Fatigue) (dir. Juliana Rojas and Marco Dutra)
* L’exercice de l’Etat (dir. Pierre Schoeller)
* Toomelah (dir. Ivan Sen)
* Oslo, August 31st (dir. Joachim Trier)
AUSSER KONKURRENZ

* The Artist (dir. Michel Hazanavicius)
* The Beaver (dir. Jodie Foster)
* Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides (dir. Rob Marshall)
* The Conquest (dir. Xavier Durringer)
* Labrador (dir. Frederikke Aspöck)
* Wu Xia (dir. Peter Chan)

Zweiter Trailer zum X-Men Prequel von Matthew Vaughn

Matthew Vaughn ist für mich ein “zweischneidiges Pferd”, wie meine Deutschlehrerin einmal zu sagen pflegte. “Layer Cake” und “Der Sternenwanderer” waren nette Überraschungen, die ihrem jeweiligen ausgelutschten Genre noch ein paar frische Eingebungen zuführen konnten. Der Geeksploitationreinfall “Kick-Ass” dagegen ist auf gutem Wege, einer meiner Hassfilme zu werden. Im Juni werden wir sehen, ob sein Superhelden-Prequel etwas taugt. Der zweite Trailer für X-Men: Erste Entscheidung, der jetzt endlich auch in englischer Sprache (mit einem Hauch Japanisch) verfügbar ist, sieht jedenfalls gut aus und vor allem die Riege von Charakterdarstellern wie James McAvoy, Michael Fassbender, Nicholas Hoult, Kevin Bacon und January Jones ist beeindruckend. Schlechter als “X-Men: Der letzte Widerstand” kann er theoretisch nicht werden.

In einem Interview hat Matthew Vaughn übrigens folgendes Detail über den Bösewicht preisgegeben: “There were only two people I wanted for [Sebastian] Shaw. It was between Colin Firth and Kevin Bacon.”

Mh.

(bei YouTube)