Wollmilchcast #110 – Der Weiße Hai von Steven Spielberg

Nachdem wir über jüngere Blockbuster wie Waterworld, Matrix, Hulk, Fluch der Karibik und Avatar gesprochen haben, widmen wir uns diesmal dem Ursprung dieser neuen Art des Kassenschlagers im Kino. Steven Spielbergs Der Weiße Hai gilt neben den Pate-Filmen und Krieg der Sterne als wichtiger Grundstein des Blockbuster-Kinos. Im Podcast klopfen wir den Tierhorror-Klassiker auf die Merkmale von Blockbusters ab, sowohl in kommerzieller als auch in ästhetischer Hinsicht. Und wir fancasten den großen Der weiße Hai-Reboot! Viel Spaß!

Shownotes:


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Wollmilchcast #43 – Jurassic World 2: Das gefallene Königreich

Wir durchforsten weiter das Werk des Howard-Clans. Nach Solo: A Star Wars Story sprechen wir im neusten Wollmilchcast über Jurassic World 2: Das gefallene Königreich mit der entgrenzenden Großaufnahmendarstellerin Bryce Dallas Howard. Dabei geht es um die N00bs am Ruder des Franchise, poetische Momente, die zu Tränen rühren, und die Action-Inszenierung. Außerdem stellt Wollmilchcaster Matthias von Das Filmfeuilleton Shanghai Express von Josef von Sternberg vor, der im Rahmen einer Retrospektive über Anna May Wong im Arsenal Berlin lief. Eine Prise John Woo gibt es mit der vermeintlichen Pastiche Manhunt ebenfalls, der zur Zeit bei Netflix auf Taubenliebhaber wartet. Viel Spaß!
Shownotes:

  • 00:01:00 – Jurassic World 2: Das gefallene Königreich (!Spoiler!)
  • 00:52:12 – Shanghai Express von Josef von Sternberg
  • 01:04:55 – Manhunt von John Woo

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Intro und Outro: Kai Engel – Slum Canto (aus dem Album Sustains)
Nutzung im Rahmen der CC BY 4.0-Lizenz. (Homepage des Künstlers)
Copyright Titelbild: Universal

Wollmilchcast #38 – Ready Player One (mit Gast: Sascha Brittner von PewPewPew)

Ready Player One IOI Autos

Im Januar hatten wir anlässlich von Die Verlegerin  ausführlich über die Filme von Steven Spielberg gesprochen. Als Sequel folgt jetzt der Podcast über die Verfilmung von Ernest Klines Ready Player One (ein MovRPG?). Matthias von Das Filmfeuilleton und ich können diesmal Sascha Brittner im Wollmilchcast begrüßen, der bei PewPewPew bloggt und im Podcast Kulturindustrie zu hören ist. Dabei diskutierend wir unter anderem, warum ausgerechnet Ready Player One einer der deprimierenderen Filme Spielbergs geworden ist. Viel Spaß!
Shownotes:

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Wollmilchcast #30 – Die Verlegerin und die Spielfilme von Steven Spielberg

Die Journalisten blicken auf die Pentagon Papers
Zwei Filme von Steven Spielberg starten dieses Jahr in den deutschen Kinos. Den ersten haben wir zum Anlass genommen, um auf sein Werk zurückzublicken (was nicht bedeutet, dass wir beim zweiten anders verfahren). Im 30. Wollmilchcast von Matthias von Das Filmfeuilleton und meiner Wenigkeit sprechen wir über die Publizisten-Ode Die Verlegerin (OT: The Post) mit Meryl Streep, Tom Hanks und einem Keller voller bizarrer Perücken. Nach dieser Sektion des verfilmten Pentagon Papers-Skandals erweitern wir unseren Blick, diskutieren Konstanten im Spielfilm-Werk von Spielberg und teilen schlussendlich (und beinahe wagemutig) unsere jeweilige Top 5 der besten Filme des Regisseurs.
Zum Jubiläum gibt es ein Intro, ein neues Bildchen und Überlänge als Bonus.
Shownotes:
00:01:00 – Intro + Die Verlegerin (The Post)
00:31:00 – Die Spielfilme von Steven Spielberg und was sie Innersten zusammenhält
01:43:00 – Unser Top 5 der besten Filme von Steven Spielberg
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Super 8 (USA 2011)

Super 8 Poster

Alles ist da und irgendwie nicht. Viel wurde über das nostalgische Potenzial von J.J. Abrams Super 8 geschrieben, doch positive Etiketten wie das der „Hommage“ verpuffen schon nach wenigen Minuten bei der Entgleisung und Explosion eines Zuges in den Ebenen Ohios. Da können die Kids zuvor noch so oft mit ihren BMX-Rädern rumkurven, Konflikte mit ihren Eltern brodeln lassen und wie halb so große Versionen von Dawson Leery ihre Leidenschaft zum Film pflegen. Bei diesem für den Plot so entscheidenden Zugunglück wird der Zuschauer an den Haaren aus seinen Kindheitserinnerungen gerissen, um fortan wieder hinein gestopft, herausgerissen, hineingestopft zu werden. Das ist das Gefühl, „Super 8“ zu sehen. Man glaubt sich in einem Werk eines besseren Regisseurs wieder zu finden, um dann doch wieder gekniffen zu werden, aufzuwachen und zu erkennen, dass dieser Film „nur“ von einem stillosen Vertreter namens J.J. Abrams gedreht wurde, der statt Staubsauger, hochwertige kinematografische Imitate verscherbelt. „Super 8“ ist nicht das viel gepriesene Sommerkino unserer Kindheit. Das gibt es nicht mehr, außer in beschönigten Erinnerungen und so ist es mühselig und fruchtlos in einem, diesem Film dabei zuzuschauen, wie er verzweifelt versucht, ein anderer sein. Denn J.J. Abrams hat mit Super 8 – und das offenbart sich eben schon bei besagtem Zugunglück – einen für die 2000er Jahre kalkulierten Blockbuster gedreht, keinen für die 70er, auch keinen für die 80er. Das aus diesem Mischvorgang der erinnerten Vergangenheit und der Anforderungen der Gegenwart entstandene Stück Film findet weder hier, noch dort festen Halt, wird schließlich von den Energien auseinandergerissen, die es hier und dort verwurzeln wollen.

Die Liste der Nachrufe auf das moderne Blockbusterkino ist lang und so stürzt man sich freudig auf einen neuen Film, der wie damals sein soll, der den frühen und nicht mehr ganz so frühen Spielberg präsent machen will, besser noch als es eine DVD von „E.T.“ könnte. Ist das gegenwärtige Hollywood-Kino schon so tief unter der Erde, six feet under gewissermaßen, dass man sich als Liebhaber der amerikanischer Mainstream-Kost in die undurchdachte Simulation flüchten muss? Aus Abrams Holodeck hallt laut der Ruf JA und so liefert er uns den jugendlichen Protagonisten mit der zerrissenen Familie, das nicht weniger einsame Alien und die lustigen Kumpels. All das angesiedelt in einer Vorstadt, vollgepackt mit dem wissenden Gezwinker in Richtung früherer Filme des Executive Producers und eigentlich müsste der korrekt erzogene Spielbergianer freudig in seinem Kinosessel herumwippen. Das will uns zumindest Abrams Nachäffen von Shot-Kompositionen und inhaltlichen Motiven seines Mentors glauben machen. Deswegen hat Super 8 zuweilen etwas von einem Jahrmarktsartisten, der einem auf die Hand schaut und erzählt wie das früher war, als wir „Die Goonies“, „E.T.“ und „Jurassic Park“ zum ersten Mal gesehen haben. Was nützen unsere Erinnerungen aus dem Mund eines Fremden? Was nützt letztendlich eine aufgesetzte Referenzsammlung, die sich dermaßen darum bemüht, andere Zeiten heraufzubeschwören, dass sie es verpasst, selbst erinnerungswürdig zu sein, selbst einprägsame Einfälle zu produzieren, echte Emotionen heraufzubeschwören?

Wenn der Zug zu Beginn von Super 8 in einer vollkommen übertriebenen Spektakel-Situation entgleist, durch die Gegend fliegt, explodiert und unseren Protagonisten wie in einem Leslie Nielsen-Film zu verfolgen scheint, hat das nichts mit Spielberg zu tun und alles mit dem jüngeren amerikanischen Blockbusterkino. Das ist aber nicht tot, verändert sich höchstens, genau wie sich Steven Spielberg in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Den Mann, der „Die unheimliche Begegnung der dritten Art“ drehte, gibt es nicht mehr, stattdessen müssen wir uns mit dem „Krieg der Welten“- und „München“-Spielberg begnügen und mit dem allein haben wir schon alle Hände voll zu tun. Davon werden die Reminiszenzen an Sonntagnachmittage im Familienkreis mit der VHS von „E.T.“ nicht geschmälert. Das ist eben so. Die Zeit schreitet voran. Das Kino ebenso. Die Erinnerungen bleiben. Das macht uns aus. Das macht das Kino aus.


Zum Weiterlesen:
Die gesammelten Kritiken zum Film bei Film-Zeit.de.
Ein kleiner Text von mir zum Kino der Nostalgie bei moviepilot.