Wollmilchcast #30 – Die Verlegerin und die Spielfilme von Steven Spielberg

Die Journalisten blicken auf die Pentagon Papers

Zwei Filme von Steven Spielberg starten dieses Jahr in den deutschen Kinos. Den ersten haben wir zum Anlass genommen, um auf sein Werk zurückzublicken (was nicht bedeutet, dass wir beim zweiten anders verfahren). Im 30. Wollmilchcast von Matthias von Das Filmfeuilleton und meiner Wenigkeit sprechen wir über die Publizisten-Ode Die Verlegerin (OT: The Post) mit Meryl Streep, Tom Hanks und einem Keller voller bizarrer Perücken. Nach dieser Sektion des verfilmten Pentagon Papers-Skandals erweitern wir unseren Blick, diskutieren Konstanten im Spielfilm-Werk von Spielberg und teilen schlussendlich (und beinahe wagemutig) unsere jeweilige Top 5 der besten Filme des Regisseurs.

Zum Jubiläum gibt es ein Intro, ein neues Bildchen und Überlänge als Bonus.

Shownotes:

00:01:00 – Intro + Die Verlegerin (The Post)

00:31:00 – Die Spielfilme von Steven Spielberg und was sie Innersten zusammenhält

01:43:00 – Unser Top 5 der besten Filme von Steven Spielberg

Hört euch die Wollmilchcast-Folge an:

Bei Audiomack oder hier im Blog:

@Beeeblebrox

@gafferlein

Der Wollmilchcast als Feed und bei iTunes.

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Intro und Outro: Kai Engel – Slum Canto (aus dem Album Sustains)

Nutzung im Rahmen der CC BY 4.0-Lizenz. (Homepage des Künstlers)

Copyright Titelbild: Universal

4 Antworten auf „Wollmilchcast #30 – Die Verlegerin und die Spielfilme von Steven Spielberg“

  1. Ich empfehle (im speziellen Matthias) mal die Dick Kurzgeschichte zu lesen, die Minority Report geworden ist. Philip K. Dick konnte seine Welten ja auch immer so einfach einstürzen lassen, weil sie in seinen Beschreibungen nur leere Oberfläche sind. Heißt gerade bei den beiden Geschichten, die Total Recall wurden, und eben der Minority Report-Geschichte, dass es sehr grobe Entwürfe sind, leere Welten in denen Absurdes passiert. (We Can Remember It for You Wholesale ist geradezu nur ein etwas ausführlich erzählter Witz.) Das optische Genie eines Spielberg wird gerade in Angesicht dieser, wenn auch spaßigen, doch kargen Seiten nochmal deutlich.

  2. @vannorden:
    Das hört sich spannend an, selbst wenn ich mir unter Dick immer sehr reiche Welten vorgestellt habe. In meinem Regal schlummert auf alle Fälle irgendwo eine Sammlung mit ein paar seiner Kurzgeschichten, die darauf warten, endlich von mir entdeckt zu werden. Jetzt hoffe ich nur, dass da auch der Minderheiten-Bericht dabei ist.

  3. Der Minderheiten-Bericht … haha. Ja, so heißt er auch bei mir.

    Ich möchte ihn dir als Autor auch keinesfalls vergrätzen. Beim Lesen der Kurzgeschichten ist mir nur eines aufgefallen. Am besten lässt sich das vll mit einem meiner Lieblingsbücher erklären. Es heißt FLOW MY TEARS, THE POLICEMAN SAID beziehungsweise auf deutsch EINE ANDERE WELT. Und die beiden Titel sind auf ihre Weise beide sehr sprechend.

    Dicks eigentlicher Titel bezieht sich auf ein Lied aus dem 16. Jahrhundert von John Dowland, der wirklich unfassbar deprimierende, aber wunderschöne Lautenlieder über Selbstmord, Leidenschaft und Tod geschaffen hat. Eines davon heißt eben FLOW MY TEARS. Und in den Roman geht es eben um Gefühle, um das Zulassen von Gefühle, das Verschließen vor diesen, um eine Welt, die einen auseinanderreißen kann… Dicks Wohnung wurde zu der zeit vom FBI (glaube ich) ausgehoben, weshalb es auch eine sehr bittere Abrechnung mit der Nixon-Legislatur ist, die er hier zu einem Faschistenstaat weiterdenkt. Ein, wie du sagts, sehr reicher Roman, voller Ideen, voller Gefühl, voll Übermut und voller Trauer.

    Der deutsche Titel bezieht sich auf den blanken Plot. Ein Entertainer in der Zukunft wacht in einer Welt auf, die der seinen genau gleicht … nur er hat darin nie existiert. Nunmehr kein Star mehr bekommt er die Fratze des Polizeistaates nun zu spüren und findet heraus, das sich die Welt aufgrund der Drogenhalluzination eines anderen in diesem Masse verändert hatte. Das also, die blanke Oberfläche der Geschichte ist sehr oft sehr skizziert und comichaft überzogen. Er hat einen dazu passenden sehr klaren, einfachen Stil, der eben seine Welten oft sehr skizzenhaft lässt.

    Gerade da in dem Formaten der Kurzgeschichte nicht genug Platz ist, um seine Emotionalität und seine tiefgreifende (religiöse) Paranoia auszuarbeiten, sind diese eben wie kurze Cartoons. Eben nur Schlaglichter in einer Welt. TOTAL RECALL und MINORITY REPORT daneben zu sehen, so reiche Welten eben an ihrer Oberfläche, da wird einem doch bewußt, wo die Stärken und die Schwächen von Philip K. Dick liegen.

    Lies also ruhig. Ich kann es nur empfehlen. Auch die Bücher. Ab und zu und ab und zu oft versemmelt er zwar die Enden irgendwie, wenn er seine zerfallenden Welten lieblos zusammenkittet, aber … hach soviel tolles.

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