Kontrapunkt: Unterwegs in der Wildnis

Vor Kurzem ist mit „Abenteuer in den Rocky Mountains“ eine wenig bekannte Zusammenarbeit zwischen Dan Haggerty („Der Mann in den Bergen“) und Boon Collins auf DVD erschienen. Ein Blick auf die Zusammenarbeit der beiden Naturburschen.


Als „Der Mann in den Bergen“ musste sich der geflohene Städter James „Grizzly“ Adams situiert im Nordwesten der USA in den 1850er Jahren den Gefahren der Wildnis erwehren. Doch nach dem erfolgreichen Kinofilm „Der Mann in den Bergen“ (1974) wurde die gleichnamige TV-Serie 1978 nach nur zwei Staffeln abgesetzt. Um der Fangemeinde gerecht zu werden, folgten bis 1982 noch zwei weitere TV-Produktionen und ein Kinofilm mit Dan Haggerty in seiner Paraderolle. In den folgenden Jahren geriet die Schauspielkarriere von Dan Haggerty jedoch aus dem Tritt. Das lag auch daran, dass er 1984 einem Undercover-Cop auf dem Leim ging, dem er nichtsahnend Kokain verkauften wollte. Zum Glück für ihn kam er mit 90 Tagen Gefängnis und drei Jahren auf Bewährung noch relativ glimpflich davon.

Big Eli (Dan Haggerty) sieht in „Abenteuer in den Rocky Mountains“ den kommenden Abenteuern in der Wildnis erwartungsvoll entgegen. Foto: Schröder Media

In diese Zeit fällt die Bekanntschaft mit dem kanadischen Drehbuchautor und Regisseur Boon Collins – einem Mysterium. Boon Collins ist ein Kanadier, der – bei einem Blick in seine Filmografie – eine Vorliebe für preisgünstige Drehs in großen Waldgebieten und den Genrefilm (Horror, Thriller) aufweist. Privat ist über ihn nichts bekannt – außer, dass es seine Schwester  Lindsay Collins (bekannt als  Dr. Biro in der TV-Serie „Stargate Atlantis“) ebenfalls in die Filmbranche verschlagen hat. Dan Haggerty und Boon Collins,  der bis dahin mit dem Western „Sally Fieldgood & Co“ (1975) nur einen Langfilm inszeniert hatte. entschlossen sich, erstmals in einer Low-Budget-Produktion namens „Abducted“ (deutscher Verleihtitel: „Entführt und gepeinigt“) zusammenzuarbeiten. In dem Reißer spielt Dan Haggerty in einer Nebenrolle den vermittelnden Vater von einem irren Waldschrat, der eine ahnungslose Joggerin in seine Waldhütte verschleppt hat.

Haggerty verkörperte hier eine in Felljacke gehüllte Variation des „Mann aus den Bergen“, einen Rollentypus, den er auch in den weiteren Kooperationen mit Boon Collins nicht ablegen konnte. So verkörperte er ähnlich „Grizzly“ Adams 1991 noch einmal einen ähnlich angelegten stämmigen Naturburschen in einem Spin-Off der Serie für den Videomarkt: „Spirit Of The Eagle“ (deutscher Verleihtitel: „Abenteuer in den Rocky Mountains“). Nach der Direct-to-Video-Fortsetzung „Abducted II: The Reunion“ (deutscher Verleihtitel: „Entführt und gepeinigt 2 – Ferien des Grauens“, 1995) und dem Abenteurfilm „Grizzly Mountain – Flucht in die Vergangenheit“ (2000), zu dem Boon Collins nur noch das Drehbuch lieferte, endete schließlich die Zusammenarbeit zwischen den beiden Naturburschen.

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